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Freund der Sünder?

erstellt am 26.08.2019 07:00:47

Mein Lieblingsbleibstift war blau. Mit ihm habe ich in der Grundschule am liebsten geschrieben und irgendwie ist es auch heute häufig so, dass ich meine Notizen mit einem Bleistift mache. Das gibt mir das Gefühl von „Das kann ich einfach wieder wegradieren“ – ein Kulli kann das nicht. Auf dem Stift stand an der Seite noch was drauf: „Jesus ist mein bester Freund“. Jesus und Freund – diese Kombi ist mir letztens wieder über den Weg gelaufen. Kennst du das Lied „Welch ein Retter“? Dort heißt es, dass Jesus ein „Freund der Sünder“ ist. Und auch in der Bibel findet man zig Stellen, in denen Jesus so bezeichnet wird (z.B. Matthäus 11,19). Die Frage ist nur… von wem? Von den Schriftgelehrten. Denen, die die Schriften, Gottes Wort, sehr sehr gut kannten. Würdest du auch sagen, dass du die Bibel gut kennst?

Auf jeden Fall klingt Freund der Sünder auf den ersten Blick gar nicht gut. Auf den zweiten dann doch verständlich, denn schließlich bin ich selbst Sünderin – jeden Tag. Und nicht nur ich. Im Brief an die Römer und in den Psalmen steht es auch häufig: Wir sind alle Sünder. A l l e. S ü n d e r. Und da stellt sich mir auf den dritten Blick die Frage: Wie werde ich von den Leuten aus meiner Gemeinde bezeichnet? Wie nennen mich die Leute, von denen ich weiß, dass sie die Bibel gut kennen – wie würde ich mich selbst bezeichnen? Als Freundin der Sünder? Oh man… Will ich das?

Erliegen wir nicht oft (evt. unbewusst) der Sünde der Heuchelei und Scheinheiligkeit? Wir versuchen mit allen Mitteln nicht mit den Menschen identifiziert zu werden, mit denen Jesus seine Zeit verbrachte. Wir müssen uns mit allen Mitteln abgrenzen von denen, die (unserer Meinung nach) Jesus unbedingt brauchen, machen dann hin und wieder bei einer Straßenevangelisation mit, um die anzusprechen, mit denen wir sonst nie etwas zu tun haben wollen. Helfen womöglich bei der Caritas oder Tafel aus, um einen guten Dienst zu tun. Aber würdest du mit den Menschen, die du am Straßenrand sitzen siehst, zu Abend essen? Und das müssen auch nicht mal diese Randgruppen sein. Die Leute aus deiner Klasse oder deiner Vorlesung, die vielleicht jedes Wochenende saufen gehen, würdest du dich mit ihnen auch mal so treffen, um Zeit mit ihnen zu verbringen? Willst du WIRKLICH mit ihnen befreundet sein und das Evangelium ausleben? Oder möchtest ihnen lieber ihre Sünde aufzeigen, kurz das Evangelium anreißen und dann möglichst großen Abstand zwischen euch bringen, damit sie deine Heiligkeit nicht beschmutzen?

Würdest du immer noch sagen, dass du die Bibel und Jesus gut kennst? Und kann ich das überhaupt von mir behaupten?

Ich fordere dich (und mich) mal dazu heraus, deinen Bezug zu Menschen zu überdenken. Bist du ein Freund der Sünder – so wie Jesus? Liebst du deine Mitmenschen – so wie Jesus?

„Ich bin nicht gekommen, um Gerechte zu berufen, sondern Sünder.“
Markus 2,17c

Katharina

Der Beitrag Freund der Sünder? erschien zuerst auf OHNE LIMIT geliebt.

von youthweb

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