„Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen!“
Galater 6,2
Ich liebe Jute-Beutel und habe in meiner kleinen Sammlung einige besondere Lieblinge. Darunter auch mein Lastenträger-Beutel. Nicht nur, weil der Wortwitz einfach herrlich ist, sondern weil mir immer, wenn ich den Beutel nutze, der Bibelvers in meine Gedanken gerufen wird.
Aus dem Kontext folgere ich, dass ich gerade in meiner Heimat-Gemeinde, ein Lastenträger sein soll. Das ist ja gar nicht so schwer. Ich bin gerne da für Menschen, die jemanden zum Reden brauchen oder ein Gebet.
Seine Lasten und Beschwerden mit jemandem zu teilen, macht sie erträglicher. Mit jemandem mittrauern, mitleiden und sich auch mitfreuen, wenn sich die Lasten in Segen verwandeln und Gottes Herrlichkeit darin sichtbar wird, das schweißt zusammen. Es lässt die geistliche Familie enger zusammenwachsen und schafft Vertrauensbindungen. Das ist doch der Sinn der Gemeinde: Wir sind eine Familie! Eine Familie, an deren Liebe untereinander unsere Mitmenschen erkennen, wer unser guter Vater ist – Gott selbst.
Aber im Bibelvers steht nicht nur der Auftrag, den anderen zu helfen ihre Lasten zu tragen.
„Einer trage des Anderen…“ Hier geht es um etwas Gegenseitiges. Ich trage die Lasten der anderen mit ihnen und sie tragen meine Lasten mit mir. Da sieht die Sache jetzt schon wieder ganz anders aus…
Das bedeutet, dass ich meine Lasten mitteilen soll. Dabei teile ich sie doch eigentlich am Liebsten nur mit Gott. Jeder darf mir gern sein Herz ausschütten, aber ich schütte mein Herz nur bei Gott aus. Das ist gut und wichtig, auf jeden Fall, aber wie sieht eine Familie aus, in der der Eine vertrauensvoll alles erzählt, sich aber jemand anderes den Geschwistern gar nicht öffnet, sondern sein Inneres komplett verbirgt?! Auf Dauer kann so keine enge familiäre Beziehung entstehen: Ich schließe mich ja selbst davon aus!
Also bete ich um Veränderung. Dass Jesus mir hilft, sein Gesetz zu erfüllen, damit ER dadurch verherrlicht wird. Ich bete, dass ich mich in meine Glaubensfamilie nicht nur durch Dienste, sondern auch emotional einbringe; dass ich ein Familienmitglied bin, das durch Liebe und Vertrauen für meine Geschwister als Gottes Kind erkannt wird, sodass andere Menschen Gott in mir erkennen.
Vera
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