„Eines Tages fällt dir auf, dass du 99% nicht brauchst. Du nimmst
all den Ballast und schmeißt ihn weg, denn es reist sich besser mit leichtem
Gepäck.“
Das singt die Sängerin von „Silbermond“
in dem Lied „Leichtes Gepäck“. Genau so ging es mir vor gut drei Jahren. Ich
stand vor meinem Kleiderschrank und fühlte mich überfordert von der Masse an
Kleidungsstücken. Ich öffnete meine Schubladen und sah so viel Schminke, dass
es für zwei Personen reichen würde. Alles erdrückte mich. Ich hatte von allem
einfach zu viel. Für mich gab es nur eine logische Konsequenz: Ich musste
aussortieren und zwar knallhart!
Ich sortierte alles aus, Kleidung,
Bücher, Kosmetik, Küchenutensilien. Ich verschenkte oder spendete einiges. Und
siehe da, ich fühlte mich so befreit! Aber das konnte es doch nicht gewesen
sein, oder? Ich begann mich zu fragen, was eigentlich Gott zu der ganzen Sache
sagt. Als Christen sollten wir Gott immerhin in jeden unserer Schritte mit
einbeziehen. Und so begann meine Reise in ein nachhaltigeres Leben.
Gottes Schöpfung und was wir aus ihr gemacht haben
Ich begann, Gottes Schöpfung zu beobachten: Wie war Seine Schöpfung bevor Adam und Eva den Garten Eden verlassen mussten? Wie ist sie heute und welche Entwicklung hat sie hinter sich?
Ich muss zugeben, dass ich anfangs wirklich erschrocken und traurig war. Denn Menschen beuten sich gegenseitig aus; jeder schaut nur noch auf sich. Tiere werden für unser Vergnügen und unsere Schönheit gequält. Andere Menschen sterben, damit wir schöne und günstige Kleidung tragen können. Viele Wunder der Schöpfung sterben aus.
Aber das kann doch nicht richtig sein! Da läuft doch etwas ganz gewaltig schief! Ich sehe die Bewahrung und Gestaltung der Schöpfung ganz klar in unserer Pflicht als Christen, aber auch der Menschheit. Wir haben das Leid einfach ausgelagert, in andere Länder. Aus den Augen aus dem Sinn. Doch so einfach ist das nicht. Schließlich hat Gott uns in der Bibel einen klaren Auftrag gegeben: In 1 Mos 2,15 sagt Gott, dass wir Menschen die Erde bebauen und behüten, nicht unterdrücken und zerstören sollen.
Offensichtlich befinden wir uns nicht
in dem Idealzustand, den Gott für uns vorgesehen hatte, denn durch unsere Sünde
leben wir Menschen normalerweise von Gott getrennt. Als Erlöste leben wir in
einer unerlösten Welt. Sein Auftrag an uns bleibt dennoch bestehen. Auch wenn
wir nicht den Auftrag haben, die Welt elementar zu verbessern, sollte uns
Christen klar sein, dass Jesu Ebenbild in unserem Lebenswandel und Charakter zu
erkennen sein soll.
Jeder noch so kleine Schritt ist wichtig
Aber wo soll man anfangen? Was kann ich tun? Ich kann die Welt nicht retten. Nein, allein kann ich das nicht, aber mit euch und mit Gott. Jeder kann etwas dazu beitragen, dass Gottes Welt etwas von seinem Frieden und seiner Gerechtigkeit erfährt.
Das Thema Nachhaltigkeit hat viel mit Selbstreflexion zu tun. Man muss sich erst einmal selbst betrachten:
- Wo liegen meine Schwächen?
- Lasse ich mich vielleicht von meinen
Eltern, mit dem Auto, zur Schule fahren, obwohl ich auch mit dem Fahrrad fahren
könnte?
- Kaufe ich mir jeden Morgen einen
Coffee-to-go-Becher vor der Uni?
- Kaufe ich wahllos Beautykram in der
nächsten Drogerie, weil YouTuber XY ihn in die Kamera gehalten hat?
Ich gebe es zu, Auto fahren ist super
bequem, mit dem Coffee-to-go-Becher habe ich mich früher cool gefühlt und ich
bin teilweise nur um des Kaufens willen dreimal die Woche in die nächste
Drogerie gegangen. Aber du kannst es besser machen und ich auch!
Gebet ist unser Weg
Ein wichtiger Punkt hierbei ist Gebet. Zum einen für die Schöpfung im Allgemeinen, aber auch, dass Gott uns hilft seinen Willen zu erkennen und ihn in uns zu bewirken. Wir sollten ihm danken, dass wir in diesem Luxus leben und Frieden genießen dürfen. Wir sollten Gott danken, dass wir eine Stimme haben und vor ihm und dieser Welt für die eintreten können, die stumm sind. Wenn die Näherinnen in Bangladesch nicht gehört werden, müssen wir auch dieses Unrecht benennen. Wenn die Tiere im Labor leiden, müssen wir sagen, dass das grausam ist.
Bewusster Konsum ist hier das Stichwort:
- Woher kommen die Dinge, die ich kaufe?
- Gibt es eine bessere Alternative? Fair
produzierte Kleidung? Naturkosmetik? Jutebeutel statt Plastiktüte?
Du hast die Wahl! Klar ist es nicht
immer einfach und gerade am Anfang hat man das Gefühl, man müsse alles ändern.
Aber auch wenn du nur eine Sache änderst und diese konsequent durchziehst, hat
das schon einen großen Effekt. Schließlich bereitet auch ein bewusster und gewissenhafter
Umgang mit Gottes Schöpfung Jesus Ehre.
Als Christen sollen wir Unrecht
erkennen und unsere Glaubensgeschwister in aller Liebe darauf aufmerksam
machen. So können wir uns gegenseitig darin unterstützen, heiliger und somit
Jesus ähnlicher zu werden. Aber obwohl wir zu Jesus gehören, sind wir doch noch
in dieser Welt und werden täglich mit Sünde konfrontiert und kämpfen gegen sie.
Daher ist es wichtig sich daran zu erinnern, dass Jesus die elementare Antwort
auf Unrecht ist. Schließlich ist er für unsere Sünden am Kreuz gestorben. In
dieser Gewissheit liegt sehr viel Trost. Dennoch hält sie mich nicht davon ab,
aktiv gegen Sünde zu kämpfen.
Die Ewigkeit wartet auf uns
Wusstest du, dass du dir nach 18 Tagen
schon neue Gewohnheiten antrainieren kannst? Es ist also gar nicht so schwer,
du musst nur dranbleiben. Ich trinke meinen Kaffee z.B. nur noch aus meinem
eigenen Becher mit veganer Milchalternative. Schon nach ein paar Wochen konnte
ich es mir nicht mehr vorstellen Kaffee aus einem To-go-Becher zu trinken.
Natürlich ist die Frage nach einem
grüneren Leben und Nachhaltigkeit nicht heilsentscheidend. Dennoch sehe ich uns
Christen in der Verantwortung ein Vorbild für die Welt in unserem Umgang mit
Gottes Schöpfung zu sein. Nachhaltigkeit gehört da für mich dazu.
Ich freue mich schon jetzt auf die
Ewigkeit, denn dort wird alles perfekt sein! Dann wird es keine Nachhaltigkeit
mehr geben, weil wir sie schlichtweg nicht mehr brauchen werden. Gott wird eine
neue Erde und einen neuen Himmel machen. Diese werden in all seiner Weisheit
vollkommen sein – was für eine grandiose Wahrheit!
Der Beitrag Was hat Nachhaltigkeit mit dem christlichen Glauben zu tun? erschien zuerst auf Josia.