Unser
Alltag besteht aus tausenden Entscheidungen. Von automatischen Entscheidungen
wie „Mit welcher Hand greife ich zum Türgriff?“ über Mahlzeitplanung bis hin
zur Zukunftsplanung. Unser Leben wird sozusagen von Entscheidungen entschieden.
Mir ist besonders im letzten Jahr klar geworden, wie viele lebensverändernde
Entscheidungen ich treffen muss. Und ehrlich gesagt, so sehr ich schon immer
erwachsen sein oder endlich meine eigenen Entscheidungen treffen wollte,
erschreckt mich die Verantwortung, die ich dabei trage. Ich merke allzu oft,
wie ich an mir und meinen Entscheidungen zweifle oder mir um meine Zukunft
Sorgen mache. Aber wo ist Gott in all dem? Wie kann ich aus der Bibel
herauslesen, ob ich lieber ein Studium oder eine Ausbildung machen soll?
Während
es für einige von euch um Entscheidungen wie Berufs-, Wohnort- oder sogar
Partnerwahl geht, stehen ich und viele andere junge Leute vor der
ultra-komplexen Entscheidung, was wir nach der Schule machen wollen. Auf die
Frage, ob sie ein Auslandsjahr, Studium, Ausbildung oder Job machen wollen,
antworten mindestens ein Drittel aller Jugendlichen mit einem ahnungslosen
Blick. Nach jahrelangem Schulbesuch soll man plötzlich sein Leben gestalten
können:
Welche Leistungskurse? Welches
Studium? Welche Ausbildung? Fachabitur oder Berufsabitur? Plötzlich sind die
Bewertungen für meine Leistungen zukunftsrelevant. In den letzten Monaten hat
mich der Stress eingeholt. Ich habe Gott in all diesem oft aus dem Blick
verloren.
Manchmal
dachte ich:
„Warum hat Er mir erlaubt, schlechte
Entscheidungen zu treffen? Warum hat Er nicht jedem von uns einen
personalisierten Ratgeber bei der Geburt in die Hand gedrückt? Und warum ist
die Bibel nicht präziser? Weshalb in der Bibel lesen, wenn ich mich in dieser
Zeit schulisch vorbereiten kann und somit den Erfolg meiner Zukunft besser
gestalten kann?“
Während
manche von euch treuen Bibellesern schon über die Irrationalität dieser Aussage
schmunzeln, erkenne ich hier einen traurigen Teufelskreis, in den nicht nur ich
gerate. Während all des Entscheidens, habe ich den Wert der Worte Gottes aus
den Augen verloren. Die größte und vielleicht einzige Fehlentscheidung, die ich
in dieser Zeit getroffen habe, war mir persönlich nicht direkt bewusst. Sie war
nicht offensichtlich und ich wurde nicht direkt mit ihr konfrontiert:
Ich habe Gott nicht in den
Mittelpunkt meines Lebens, meiner Entscheidungen gestellt.
Denn, mich selbst in den Mittelpunkt zu stellen ist so viel einfacher. Doch genau das führt mich in dieses Loch der Verzweiflung, und genau dann brauche ich das Wort Gottes am meisten. Also, was sagt Sein Wort über mein Leben und meine Entscheidungen?
1. Alles dient uns zum Besten
„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen.“
Röm 8,28
Gott
hat uns nicht ohne Grund „falsche“ Entscheidungen in unserem Leben treffen
lassen. Eine der wichtigsten Einstellungen, die wir üben müssen, ist Dankbarkeit in der aktuellen Lage. Durch
Seine Allmacht, Weisheit und Liebe können wir uns gewiss sein, dass unsere
(scheinbar) falsche Entscheidung uns nie wirklich „ruinieren“ wird. Denn Er hat
einen Plan für uns.
Manchmal gebraucht Gott diese falsche Entscheidung nur, um uns zu zeigen, was die richtige Entscheidung ist. Manchmal lehrt uns Gott durch unsere Fehler die von uns häufig vernachlässigte Demut. Dabei können wir jedoch immer mit Zuversicht auf Ihn schauen und glauben, dass Er uns mit seiner kreativen, schützenden Hand formt. (Jes 64,8) Wir werden als Christen nicht von unserer Vergangenheit bestimmt, sondern glauben, dass Gott selbst unsere Sünde zu unserem Besten gebraucht. (Röm 8,28)
Ist das nicht erstaunlich? Da wir
jetzt ohne Furcht vor falschen Entscheidungen leben dürfen, stellt sich uns die
Frage, was denn Gott auf praktischer Ebene mit meinen Entscheidungen zu tun
hat?
2. Interessen dienen zum Besten!
„Deine Hände haben mich gemacht und bereitet; gib mir Einsicht, damit ich deine Gebote lerne! Die dich fürchten, werden mich sehen und sich freuen, denn ich hoffe auf dein Wort.“
Ps 119,73-74
Gott
hat dich in so spezieller und individueller Weise kreiert, dass du für
bestimmte Sachen besser geeignet bist als für andere! Während manche ihre
Berufung in der Theologie sehen, ist es genauso Gott verherrlichend, deine
persönlichen Interessen und Gaben mit voller Freude und Hingabe in anderen
Bereichen einzusetzen.
Wenn es zur Berufs-, Studien- oder auch nur Leistungskurswahl kommt, dann erinnere dich daran, woher deine Begabung oder deine Interessen kommen. Und verherrliche Ihn damit, indem du dich mit voller Freude und Hingabe diesem Gott widmest.
3. Gemeinschaft dient zum Besten
„Lasst uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken — denn er ist treu, der die Verheißung gegeben hat, und lasst uns aufeinander achtgeben, damit wir uns gegenseitig anspornen zur Liebe und zu guten Werken, indem wir unsere eigene Versammlung nicht verlassen, wie es einige zu tun pflegen, sondern einander ermahnen, und das umso mehr, als ihr den Tag herannahen seht!“
Heb 10,23-25
Selbstständigkeit,
Eigenverantwortung, eigenhändiger Erfolg – das sind Worte, bei denen wir
manchmal darauf hoffen, dass sie unser Leben beschreiben. Unser himmlischer
Vater hat uns jedoch nicht grundlos eine geistliche
Familie gegeben. Unsere Gemeinden sind da, um uns zu leiten und zu
ermutigen! (Röm 12,10-13; 1Thess 5,11) Unsere Gemeinde ist da, um uns immer
wieder liebevoll auf Christus aufmerksam zu machen, damit wir uns daran
erinnern, woher unsere Hilfe kommt! (Ps 125) Deswegen wende dich, wenn du mit
wichtigen Entscheidungen konfrontiert bist, an diese Familie. Ersuche zum
Beispiel Menschen mit geistlicher Reife, Ältere, deine Eltern, Freunde, die
dich kennen und die selbst ein Vorbild im Glauben sind, um Rat.
Vor allem, wenn es um deine
Berufs-/Wohnortswahl geht, achte darauf, dass es eine bibeltreue, nach Gottes Willen
fragende Gemeinde am potenziellen Wohnort gibt.
4.Gottes Wort dient dir zum Besten
„Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.“
2Tim 3,16-17
Die
Bibel ist uns ein von Gott geschenkter Ratgeber! Durch die Heilige Schrift ist
unsere Lebensausrichtung vorgegeben: Gottes Wort erstickt uns und unsere
Entscheidungsfreiheit nicht, sondern befreit uns. Wir sind nicht durch Furcht
über das, was wir tun und nicht tun dürfen, eingeschränkt, sondern wir haben
das Geschenk, täglich mehr die Gedanken Gottes lernen und verinnerlichen zu
können. Und Tag für Tag lerne ich, wie sehr ich diese entschiedene Ausrichtung
auf Gottes Willen brauche, damit ich frei und von meinem Gewissen ungeplagt
entscheiden kann.
Doch wo erkennen wir Seinen Willen? In den Vorbildern der Bibel und deren Worten!
5. ER hat zum Besten gedient
„Wenn euch nun der Sohn frei machen wird, so seid ihr wirklich frei.“
Joh 8,36
Die
größte Entscheidung, die jemals getroffen wurde, ist, dass Gott Mensch wurde!
ER hat das Gesetz erfüllt, damit wir frei sind! (Röm 8,1) ER hat uns befreit,
damit wir ohne Reue leben können! ER ist gestorben und lebt, damit wir leben
können!
Wir jedoch werden fallen, und wir werden falsche Entscheidungen treffen. Aber Gott gebraucht diese Zeiten, um uns immer wieder zurückzuholen. Denn die von Gott bewirkte Traurigkeit führt zur Umkehr und bringt Rettung. Und wer sollte das jemals bereuen! (2Kor 7,10) Darum dürfen wir uns trotz der Narben unserer Vergangenheit an ihm und an seiner Heilung erfreuen. Wir leben in ihm, ohne das zu bereuen (#noregrets) und dürfen voller Zuversicht in die Zukunft blicken.
Der Beitrag Und was jetzt?! Mit Entscheidungen konfrontiert… erschien zuerst auf Josia.