Nachdem Emma letzte Woche so eindrücklich über die Gefahr von schlechten Gedanken geredet hat und wie Gott hilft, sie „gefangen“ zu nehmen, muss man dieses nun so tiefe Loch ja wieder mit irgendetwas füllen. In uns gibt es kein Vakuum: Entweder wir füllen uns mit Schlechtem oder mit Gutem. Wer in einer engen Beziehung mit Jesus steht, dem wird jetzt wie aus der Pistole geschossen der Gedanke kommen: Klar, ich füll mich mit guten Gedanken über Jesus auf. Und wer noch weiter hinaus will, der setzt sich Ziele, wie mehr Bibel lesen, mehr beten, mehr missionieren. Super, damit wäre die Lektion beendet, alle können nach Hause gehen!
Naja, ganz so einfach ist das leider nicht. Ich begrüße es so, wenn Menschen sich diese Ziele setzen. Mach ich ja auch. Da kann mir sicher jeder zustimmen: Mehr Zeit mit Gott, das ist großartig. Das will man schaffen. Ich möchte aber eigentlich auf etwas anderes hinaus: auf die Zeit, in der du eben nicht mal über Gott nachdenkst. Wenn du nicht die Bibel in der Hand hast, sondern in all den anderen Situationen, in denen du sozusagen in freier Wildbahn unterwegs bist: im Alltag. Da prasselt alles mögliche auf uns ein: Werbung, Werbung, Gespräche, die man mithört, interessante und aufmerksamkeitserregende Menschen in der Fußgängerpassage, Werbung, provokative Äußerungen von dir nahestehenden oder total fremden Menschen, ein Tasse in der Büroküche, die jemand faulerweise nicht weggeräumt hat.
Immer wieder stehen wir vor der Entscheidung, welchen Weg unsere Gedanken gehen werden. Werde ich mich aufregen? Werde ich Streit anfangen oder einfach wütende Gedanken hegen und pflegen? Werde ich vielleicht nicht mitlästern, aber in Gedanken zustimmen? Es sind die Kleinigkeiten, die ganz schnell ihre Samen dahin streuen, wo wir letzte Woche noch so mühevoll das Unkraut gejätet haben.
„Konzentriert euch auf das, was wahr und anständig und gerecht ist. Denkt über das nach, was rein und liebenswert und bewunderungswürdig ist,“ rät Paulus im Philipperbrief 4,8. Bau dir einen Gedankenfilter, wie mir vor so langer Zeit einmal jemand in einer Predigt sagte. Genau unter diesen Vers habe ich mir das Wort notiert: Gedankenfilter. Kontrolle über Gedanken zu haben ist super schwer. Vor allem, wenn man so leicht abschweift wie ich, und die Gedanken auf einmal entweder meilenweit entfernt oder schon so tief in einer Materie stecken, dass an Flucht daraus nicht mehr zu denken ist. Wie im Film „Inception“, in dem jemandem ein Gedanke eingepflanzt und als eigener verkauft wird. Gedanken können sich so festsetzen, dass man sie nur schwer loswird. Also muss man von Anfang an aufpassen, wessen man sich aussetzt, wen man bewundert, mit welchen Menschen man redet und was man anderen durchgehen lässt. Anstand? In unserer Gesellschaft schwer einzuhalten. Gerechtigkeit? Muss man manchmal vergessen, damit es mir selbst besser geht. Rein und liebenswert? Aber dreckige Witze sind doch so lustig…
Gott weiß, was gut für dich ist. Und ich glaube, tief in deinem Inneren weißt du es auch. Für alle anderen Fälle nutze doch den Gedankenfilter aus dem Philipperbrief. ☺️
Katharina
Der Beitrag Gedankenfilter erschien zuerst auf OHNE LIMIT geliebt.