Gedankenspiele. Was wäre, wenn? Wenn ich vor 90 Jahren gelebt hätte, wie hätte ich mich im Nazi-Deutschland verhalten? Ich kenne einige Menschen, die sagen: „Ich hätte mich denen niemals untergeordnet. So wie Dietrich Bonhoeffer oder die Mitglieder der Weißen Rose.“ Leider bin ich mir überhaupt nicht sicher, wie ich reagiert hätte. Wie auch? Ich bin in komplett anderen Umständen aufgewachsen. Unsere Welt hat sich sehr verändert.
Dietrich Bonhoeffer habe ich gerade genannt, vielen ein Begriff. Aber eine Frau und ihre Familie, die hier bei uns vielleicht nicht so bekannt ist, ist Corrie ten Boom. Vielleicht kennst du sie schon von einigen Zitaten, die wir auf OHNE LIMIT geliebt posten. Ich finde sie und ihren Glauben unfassbar.
Corrie war Niederländerin und Christin und hätte im Leben nicht gedacht, dass sie ihren Glauben und ihr Gewissen unter Beweis stellen müsste. Sie wuchs in einem kleinen Haus auf, ihr Vater war Uhrmacher. Ein ruhiges Leben, genau wie das von vielen anderen. Sie machte bei ihrem Vater eine Ausbildung, hatte gute und schlechte Tage… Als die Nationalsozialisten dann die Niederlande erreichten, wurde sie Teil des Untergrunds – mit 50 Jahren! Sie verstieß gegen das Gesetz, doch rettete so vielen Menschen das Leben. Dennoch flog es irgendwann auf, sie wurde ins KZ deportiert und überlebte – und ging mit einem Lächeln durchs Leben. Corrie konnte diesen Menschen und sogar dem, der sie verriet, vergeben. Das macht mich sprachlos. Jeder sollte ihre Biografie einmal gelesen haben! Unbedingte Leseempfehlung!
Wie hätte ich mich damals also verhalten? Diese Frage ist wichtig, um sich selbst zu reflektieren. Aber Gott hat uns nicht umsonst in unsere heutige Zeit genau an diesen Ort gesetzt.
„Er hat uns geschaffen, dass wir gute Werke tun, gute Taten, die er für uns vorbereitet hat, damit wir sie in unserem Leben ausführen.“ Epheser 2,10b
Es ist im Grunde genommen egal, wie wir uns damals verhalten hätten, denn wir leben heute. Es kommt darauf an, wie wir uns JETZT verhalten, wenn etwas passiert, wir Unrecht sehen oder Gott uns in bestimmten Momenten dazu drängt, mit Menschen über ihn zu reden. Es kommt Gott darauf an, dass wir in seinem Namen Gutes tun. Wir leben nicht sinnlos vor uns hin – nein, wir haben einen Auftrag. Unser Leben ist ein genauso wichtiges Puzzleteil in Gottes Plan, wie das der zahlreichen Helden und Heldinnen vor unserer Zeit! Nicht bedeutungsvoller oder bedeutungsloser als das von anderen. Jeder einzelne Tag zählt. Weihen wir jeden Tag und jede Tat Gott?
Katharina
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