Impulse

Übersicht »

Ehemaliger oder Erstmaliger?

erstellt am 11.12.2016 08:00:18

Eigentlich fürchte ich mich etwas vor solch schwierigen Gesprächen. Sie beginnen plötzlich, ohne Vorwarnung. Meistens hat mein Gegenüber etwas von meinem christlichen Glauben erfahren. Der Gesichtsausdruck wird härter, die Züge verschlossener. Wenn ich einen Schritt nach vorne treten würde, ich bin mir sicher, er würde gleich einen Schritt zurücktreten oder sich von mir abwenden.

Wenn ich durch diesen Wendepunkt schreite und vorsichtig nachfrage, dann bricht mit großer Bitterkeit eine vergangene Lebensetappe hervor. Mein Gegenüber hat einschlägige „christliche“ Erfahrungen gemacht. Beispielsweise ein christliches Elternhaus oder eine Phase intensiver frommer Erfahrungen in der Jugendzeit.

Ich weiß schon. Du würdest diesen Text am liebsten beiseitelegen oder gar zerknüllen. Doch warte einen Moment. Verstehe ich richtig? Du hast den christlichen Glauben als Zwangsjacke deines Elternhauses erlebt, als eine Reihe ätzender Vorschriften? Oder du hast eine Zeitlang an einer Reihe von zweitklassigen Veranstaltungen teilgenommen, auf die du nun getrost verzichten kannst? Vielleicht, so denkst du, mag ein solcher Glaube für mich zwar gut sein. Für dich ist er jedoch keine Option mehr. Oder, in einem Anflug von Wehmut, erinnerst du dich an eine Freundschaft in deiner Jugendzeit zurück. Später lerntest du jedoch andere Freunde kennen und hast dich entfremdet.

Womöglich ist es sogar noch weiter gegangen. An einem Tag hast du ein kindliches Übergabegebet gesprochen, dich in einem Taufbecken einer Gemeinde, in einem See oder Bach taufen lassen. Im Nachhinein schüttelst du den Kopf und willst jetzt die Lektüre beenden. Doch nein! Du solltest dir Sorgen machen. Im Neuen Testament trieb den Schreiber eines Briefes eine solche tiefe Sorge an. Er sorgte sich um Menschen, die eine Zeitlang mit der Gemeinde mitgegangen waren und irgendwann die Gruppe verlassen hatten; die unterwegs auf dem Weg zurückblieben.

Gegen Ende des Briefes findet er deutliche Worte: „Wie viel schrecklicher wird die Bestrafung für den ausfallen, der den Sohn Gottes mit Füßen tritt, das Blut des Bundes verachtet, durch das er geheiligt wurde, und den Heiligen Geist verhöhnt, ohne den er Gottes Gnade nicht erkannt hätte?“ (Hebräer 10,29)

Bitte sei vorbehaltlos ehrlich. Dein Lebensweg scheint dir im Moment richtig. Er führt dich jedoch geradewegs ins Verderben. Es geht um alles: Ums ewige Leben bei Gott. Tritt das Opfer von Jesus nicht mit Füßen! Es kann sein, dass der Weg zurück zu Jesus sehr demütigend sein wird. Trotzdem lohnt er sich! Im Gleichnis von den beiden Söhnen markierte Jesus die Umkehr des jüngeren Sohnes mit dem entscheidenden Satz: „Als er zu sich selbst kam.“ (Lukas 15,17) Ich bete dafür, dass du diesen Moment erlebst. Jener Mensch hat sich seine schlimme Lage eingestanden. Bist du ein Ehemaliger? Dann werde – um Himmels willen – ein Erstmaliger! Juble eines Tages mit den Engeln über diesen schweren, aber lohnenden Entschluss. Mit einem einfachen Gebet kannst du wieder mit Jesus Kontakt aufnehmen. Sag ihm alles, was dich beschäftigt. Geh in eine christliche Gemeinde, in der du den Glauben an Jesus leben und vertiefen kannst.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf josiablog.de und wurde uns freundlicherweise zur Verfügung gestellt.

von User305229

 0 Kommentare

Melde dich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Vergebung

Jeremia3134

Kennst du das auch? Zwar bin ich ein lebendiges Kind Gottes, aber wie oft scheitere ich an meinen festgefahrenen Gewohnheiten und Verhaltensweisen. Wie oft bin ich wieder einmal niedergeschlagen, weil ich mich an Gott versündigt habe. Wie oft habe ich M…

4 Kommentare