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Alles neu! Muss das sein?

erstellt am 21.02.2026 00:00:00

Da steht er nun – mein neuer Router. Und da steht er schon lange. Über ein halbes Jahr, um genau zu sein. Im Sommer habe ich ihn gekauft, um die Datengeschwindigkeit meines neuen Telefontarifs voll auszunutzen. Erst fehlte die Zeit, ihn einzurichten, und dann beschlich mich die Angst: Was, wenn die Einrichtung nicht klappt? Wenn meine unzähligen digitalen Geräte keine Verbindung zu ihm aufbauen? 

Durch meine Teil-Selbstständigkeit bin ich auf stabiles Internet angewiesen. Also blieb erstmal alles beim Alten und der neue Router verstaubt in der Ecke.

Vielleicht verstaubt bei dir kein Router in der Ecke, aber vielleicht erlebst auch du, dass Neues dir eher Angst macht als dich begeistert. Eventuell schiebst du diese eine große Entscheidung seit Wochen vor dir her, weil du Angst davor hast, wie sehr dein Leben sich dadurch verändern könnte. Oder eine Neuerung im Job raubt dir nachts den Schlaf.

Vertrautes gibt uns Sicherheit

Damit bist du nicht allein. Denn wir Menschen lieben Routinen. Wir lieben das Vertraute – selbst in den neuen Dingen. Daher kaufen wir das neuste Buch vom immergleichen Autor oder entscheiden uns bei einem neuen Wagen bewusst wieder für die gleiche Marke. Veränderungen machen uns Menschen Angst, sehr häufig auch dann, wenn wir uns bewusst für sie entschieden haben.

Zu diesem Thema habe ich vor Jahren schon den Artikel „Willkommen Veränderung!“ geschrieben, in dem du viele wertvolle Tipps zum Umgang mit Veränderungen findest. Dieses Thema ergänze ich heute, indem ich dir fünf Impulse an die Hand gebe, um deiner Angst vor dem Neuen zu begegnen und sie zu bewältigen.

1. Was verändert sich wirklich?

Wenn sich bei mir eine Veränderung ankündigt, richtet sich mein Blick stark darauf, was dadurch anders in meinem Leben wird. Da wird eine neue Strategie auf der Arbeit verkündet und ich frage mich: Mache ich ab morgen etwas ganz anderes? Da steht ein Umzug an und ich sorge mich, ob ich meine alten Freunde verliere.

Diese Ängste zu haben, ist normal. Aber es hilft, sich bei Neuerungen zu fragen, was sich dadurch wirklich verändert. Eine Veränderung auf der Arbeit ist etwas Großes, aber trotzdem bleiben mein Partner und mein soziales Umfeld stabil. Selbst ein Umzug bedeutet nicht, dass jeder frühere Kontakt abbricht.

Häufig beherrscht uns trotzdem die Angst, dass sich ALLES verändern wird. Wieso? Weil wir nicht überblicken können, wie groß die Veränderung sein wird.

Hier kann es helfen, bei Veränderungen von außen zu klären, was tatsächlich anders werden soll. Bei Veränderungen, die ich selbst aktiv suche, kann ich mich bewusst fragen: Für wie viel Veränderung bin ich bereit? Und was ist zu viel an Neuem?

Auch hilft es sich zu fragen: Was an dem Neuen macht mir eigentlich Angst? Habe ich bei einer beruflichen Veränderung Angst vor Jobverlust oder eher Angst, meiner neuen Rolle nicht gerecht zu werden? Sorge ich mich bei einem Umzug darum, dass ich keinen Anschluss finde oder um die neue Schule der Kinder?

Mir konkret anzuschauen, wie groß die Veränderung voraussichtlich sein wird und was mir am meisten Angst macht, kann helfen, mich dieser Angst besser zu stellen.

2. Ankerpunkte setzen

Gerade in Zeiten, in denen sich bei mir viel verändert hat, hat es mir geholfen, bewusste Ankerpunkte in meinem Leben zu haben. Als ich nach der Schule ein Praktikum weiter weg machte und danach fürs Studium erneut umzog, haben mir zwei Dinge Halt gegeben.

Zum einen bin ich anfangs so häufig, wie es mir möglich war, nach Hause gefahren und hatte dort immer wieder kurze Auszeiten, in denen alles wie früher war. Zum anderen war ich Teil einer Online-Community und hatte dort intensive Kontakte, die mir darüber hinweggeholfen haben, dass ich mir am neuen Wohnort erst mühsam neue Freundschaften aufbauen musste.

Des Weiteren habe ich mir Ankerpunkte am neuen Wohnort gesucht. Ich habe mich direkt einem Hauskreis angeschlossen. Dort traf ich Menschen, mit denen ich schon mal den Glauben an Jesus gemein hatte. Langfristig entstanden Freundschaften, sodass die Heimatbesuche seltener wurden.

Auch heute noch setze ich bewusst auf Routinen und Vertrautes, wenn Neues in mein Leben kommt. Das können feste Feierabendrituale sein, Kontakte zu langjährigen Freunden oder der Ausblick auf den Jahresurlaub am vertrauten Lieblingsort.

Was sind deine Ankerpunkte, die dir in unsicheren Zeiten Halt geben? Welche neuen Anker kannst du in dem Neuen setzen, die dir in Zukunft Halt geben können?

3. Das Positive sehen und entdecken

Nicht alle neuen Dinge, aber doch viele neue Dinge haben auch eine positive Seite. So wird mein neuer Router mir etwa schnelleres und sicheres Internet bescheren, sobald er eingerichtet ist. Auch manche erstmal unerwünschte Veränderungen auf der Arbeit oder im privaten Umfeld können langfristig positive Effekte haben.

Ich habe meinen Traumjob nach dem Studium nicht bekommen, aber durch ein Praktikum in meiner Heimat meinen Mann kennengelernt. Ich habe mir aus beruflicher Unzufriedenheit heraus meine Teilselbständigkeit aufgebaut und bin heute megadankbar dafür, diesen zweiten Arbeitsbereich zu haben.

Oft richten wir unseren Blick allerdings zuerst auf das Negative und auf das, was schiefgehen könnte. Das ist verständlich, denn wir können die Veränderung nicht überblicken und unser auf Probleme trainiertes Gehirn spielt erstmal alle Worst-Case-Szenarien durch. Was, wenn ich am neuen Arbeitsplatz gemobbt werde? Was, wenn ich am neuen Wohnort keine Freunde finde?

Dabei kann man den Spieß auch mal rumdrehen und fragen: Was, wenn ich am neuen Arbeitsplatz endlich mehr Urlaubstage habe? Was, wenn ich am neuen Wohnort endlich am Waldrand statt zwischen Hochhäusern wohne?

 Tatsächlich kommt es oft besser, als wir es erwarten, und weniger schlimm, als wir es befürchten.

Daher suche das Gute in der Veränderung, die bei dir ansteht.

4. Nein sagen ist auch eine Lösung

Oft halte ich mich Neuem gegenüber für machtlos und denke: Ich muss da ja mitmachen. Das stimmt zum Teil. Wenn eine neue Software auf meiner Arbeitsstelle eingeführt wird, kann ich mich schwerlich dagegen sträuben. Gleichzeitig haben du und ich oft viel mehr Einfluss auf Veränderungen, als wir gemeinhin glauben.

Vielleicht kannst du dich nicht dagegen wehren, dass etwas Neues in dein Leben kommt, aber du kannst meist mitentscheiden, in welcher Form das geschieht.

Wenn sich dein Arbeitsumfeld verändert, kannst du entscheiden, ob du die Veränderung stumm mitträgst, mit deinem Vorgesetzten deine neuen Aufgaben verhandelst oder ob du gar deine eigene Veränderung suchst und gehst. Genauso kannst du bei einem Umzug entscheiden, wo es hingeht – und zwar oft selbst dann noch, wenn es um den Umzug in ein Alten- oder Pflegeheim geht.

Zudem gilt: Nicht alles wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Manche angekündigte Neuerung lässt lange auf sich warten oder kommt nie. Erstmal in Ruhe abwarten kann daher eine gute Lösung sein.

Hier und da kannst du auch einfach Nein sagen. Du musst nicht Social Media nutzen, nur weil alle es tun. Gerade wenn es um technische Neuerungen im privaten Umfeld geht, kannst du meist frei entscheiden, ob du mitmachen willst. Frage dich mal einen Monat lang bei jeder Neuerung: Brauche ich das wirklich? Und wenn nicht, will ich es überhaupt?

5. Ein unwandelbarer Gott

In allem Neuen bleibt zudem eine Konstante: Gott. Dieser stellt sich Mose bewusst als Jahwe vor (vgl. 2.Mose 3,14). In Bibelübersetzungen wird dies abwechselnd mit „Ich bin, der ich bin“ (ELB), „Ich werde sein, der ich sein werde“ (LUT) oder schlicht mit „Ich bin da“ (GNB) übersetzt. 

Letztlich umfasst der Gottesname Jahwe all diese Übersetzungen. Gott sagt hier Mose und dem Volk Israel zu: „Ich bin da und ich bin derselbe – gestern, heute und morgen. Ich verändere mich nicht.“

Gott ist damit selbst unwandelbar und gleichzeitig Impulsgeber für Neues in unserem Leben. In der Jahreslosung 2026 heißt es: „Siehe, ich mache alles neu“ (Offenbarung 21,5). Diese Worte können überwältigend klingen. Doch an anderen Stellen der Bibel wird deutlich, dass das Neue, das Gott schafft, langsam wächst. Jesus vergleicht etwa das Reich Gottes mit einem Senfkorn (vgl. Markus 4,31).

Auch gilt über allem diese Zusage Gottes aus Jesaja 46,4: „Und ich bleibe derselbe in alle Zukunft! Bis ihr alt und grau werdet, bin ich es, der euch schleppt. Ich habe es bisher getan und ich werde es auch künftig tun. Ich bin es, der euch trägt und schleppt und rettet!“

Daraus nehme ich mit: Gott bleibt derselbe in allem Neuen. Er ist mein fester Ankerpunkt, selbst wenn andere Ankerpunkte wegbrechen. Er trägt mich durch Veränderungen hindurch – gerade durch Veränderungen wie Krankheit und Altern, die mich Kraft kosten. Gleichzeitig schenkt er Neues, wo ich es brauche, und lässt dieses Neue schrittweise wachsen, sodass ich damit umgehen kann.

Diesem Gott kann ich alle meine Ängste vor dem Neuen anvertrauen und getrost loslassen.

Vielleicht möchtest auch du diesen Schritt wagen. Wenn du dabei Hilfe brauchst, kannst du uns gerne unter diesem Artikel einen Kommentar hinterlassen.
 

Rebecca Schneebeli


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Quelle: Alles neu! Muss das sein?

von youthweb

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