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140 Kilometer Vertrauen

erstellt am 14.01.2026 00:00:00

Eigentlich bin ich ein beständiger Typ. Ich mag es, wenn mein Leben in gewohnten Bahnen verläuft. Abenteuer abseits der Wegstrecke – ja, aber bitte mit überschaubarem Risiko. Doch einmal war ich wagemutig, nahezu verwegen, und habe einen völlig neuen Pfad gewählt.

Mein Mann und ich standen nach unseren ersten zwei Ehejahren an einer entscheidenden Weggabelung in unserem Berufsleben. Ich war fertig mit dem Studium und auf der Suche nach einer Stelle. Mein Mann hatte seine erste befristete Stelle beendet und wünschte sich eine Veränderung im Job. Wir bewarben uns und bekamen je eine Zusage: Er für eine Weiterbildung in Köln, ich für ein redaktionelles Volontariat im ERF in Wetzlar. Der einzige Haken an der Sache: Zwischen Köln und Wetzlar liegen rund 140 Kilometer.

Ein weiter, langer Weg 

Was nun? Der Weg würde nicht nur weit, sondern auch lang werden. Wir überlegten hin und her, wo wir für die nächsten zwei Jahre wohnen und wie wir pendeln könnten. Es war kompliziert und alles lief auf eines hinaus: „Wochenend-Ehe“. Ein beängstigendes Wort, das uns eine unbequeme Zukunft verhieß. Zwei Jahre Fernehe – wie sollten wir das nur schaffen?

In unsere Überlegungen mischten sich ernsthafte Sorgen und Ängste. Wir waren uns bewusst, dass nicht nur eine geografische, sondern auch eine emotionale Distanz zwischen uns entstehen könnte. Wir fragten uns, was diese Entscheidung für unsere Ehe bedeutete, aber auch für jeden von uns persönlich und beruflich. 

Sollte besser doch nur einer von uns die Chance für einen beruflichen Neuanfang wahrnehmen, damit wir weiterhin zusammen wohnen konnten? Dieser Weg wäre sicherlich einfacher gewesen. Doch würden wir es früher oder später bereuen, die Jobs abzulehnen?

Trotz aller Unsicherheiten und offenen Fragen wussten wir: Gott traut uns zu, unseren Weg zu finden. Egal, wie wir uns entscheiden – er wird mitgehen. 

Also wagten wir den Schritt und sagten beide zu. Wir vertrauten auf Gottes Zusage aus Psalm 23,4: „Auch wenn ich wandere im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück; denn du bist bei mir“. Gott wird uns durch das unbekannte Terrain navigieren und uns sicher ans Ziel führen. An diese Hoffnung klammerten wir uns. 

Der Weg ebnet sich

Mit gemischten Gefühlen teilten wir also unseren gemeinsamen Haushalt auf und verließen die kuschelige Zweisamkeit. Leben in zwei Städten, Liebe auf Distanz. Vor allem bei mir flossen am Sonntagabend oft die Tränen. Die neue Wohnsituation, die fremde Stadt, der anspruchsvolle Job – an manchen Tagen wurde mir all das Neue zu viel. Dienstreisen, Lehrgänge, Prüfungen und das Pendeln am Wochenende forderten uns zusätzlich. 

Doch wir erlebten, dass Gott uns führte und versorgte. Organisatorische Dinge, die zunächst noch unklar oder schwierig waren, regelten sich. Unsere neuen Jobs und die Aufgaben machten uns Spaß. Wir lernten Menschen kennen, die uns guttaten, uns ermutigten und unterstützten. So kamen wir dem Ziel näher – Schritt für Schritt, Woche für Woche. 

Vertrauen, das sich auszahlt

Ja, unser Weg war lang, manchmal steinig und viele Etappen entstanden erst beim Gehen unter unseren Füßen. Doch Gott ging die ganze Zeit mit, hat uns über Hindernisse geholfen und manche Wegstrecke sogar getragen. Wir gingen nicht nur einen unbekannten Weg mit Gott, sondern es war auch Gottes Weg mit uns, an dessen Ende sich ein weiter Horizont auftat.

Wir wurden gesegnet mit neuen Erfahrungen, Erlebnissen und guten Freundschaften, die bis heute andauern. Es war gut, dass wir diesen Weg gegangen sind. Das hat unsere Beziehung zueinander gestärkt, aber vor allem hat es mein Vertrauen in Gott bestätigt. Ich kann von ganzem Herzen sagen: „Was für ein wunderbarer Gott! Vollkommen ist sein Weg“ (Psalm 18,31). 

Sarah-Melissa Loewen


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Quelle: 140 Kilometer Vertrauen

von youthweb

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