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Unliebsame Schöpfung?

erstellt am 25.08.2025 00:00:00

Der Sommer im Rheinland ist laut. Früh morgens und abends zur Dämmerung kreischt und schreit es aus allen Richtungen wie in einem tropischen Dschungel. Es sind die berühmten „grünen Papageien“ – Halsbandsittiche, die in Scharen über den Himmel fliegen.

Ursprünglich stammen diese Vögel aus bewaldeten Savannen Afrikas und südasiatischen Bergwäldern. Nach Deutschland wurden sie zunächst als exotische Haustiere importiert. Es wird vermutet, dass Ende der Sechzigerjahre einige der Tiere in Köln freigelassen wurden oder aus Volieren in die Freiheit entkommen sind.

Seitdem haben sich die Papageien hervorragend angepasst und sich in den Städten am Rhein immer weiter vermehrt. Allein in Köln ist ihr Bestand auf mehrere tausend Vögel angewachsen. In Scharen besetzen sie ganze Bäume.

Auch die beiden hohen Walnussbäumen in unserem Garten sind zu ihrem Revier geworden. Unsere Besucher finden die exotischen knallgrünen Vögel toll, aber ich finde sie ehrlich gesagt ziemlich anstrengend. Wenn sie am Morgen in aller Frühe loskreischen, hilft nur, das Fenster zu schließen. Sonst ist an Schlaf nicht zu denken. 

Auch am Abend ist es manchmal kaum möglich, im Garten zu telefonieren oder in der Hängematte in Ruhe ein Buch zu lesen. Es ist einfach nur laut. Ich ertappe mich dabei, wie ich wütend auf diese grünen Biester werde. Dabei können die Vögel ja nichts dafür. 

Lobgesang auf Gottes Schöpfung

Dann schlage ich meine Bibel auf und stoße auf Psalm 104. Es ist ein wunderschöner poetischer Lobpsalm, der Gottes Größe und seine Schöpfermacht feiert. Der Psalm erinnert in seiner Struktur und Bildsprache stark an die Schöpfungserzählung aus 1. Mose 1

Mit Staunen beschreibt der Beter, wie Gott Licht, Himmel, Erde, Wasser, Pflanzen und Tiere geschaffen hat. Er beschreibt, wie Gott die Natur ordnet, allem seinen Platz und seine Aufgabe zuteilt. Gott bestimmt, wie hoch die Berge, wie tief die Täler sind und zeigt dem Wasser seine Grenzen auf. 

Alles ist aufeinander abgestimmt und ergibt ein harmonisches Ganzes. Nichts ist willkürlich.

Das wird besonders in Vers 24 deutlich: „O Herr, welch unermessliche Vielfalt zeigen deine Werke! Sie alle sind Zeugen deiner Weisheit, die ganze Erde ist voll von deinen Geschöpfen“ (Psalm 104,24).

Die Schöpfung ist kein Zufallsprodukt, sondern weise von Gott erdacht. Und mehr noch: Alle Geschöpfe sind auf Gottes Versorgung angewiesen und er freut sich an allem, was er gemacht hat. Der Psalm endet mit einem Lobpreis, der in ein großes Halleluja mündet.

Geliebte Geschöpfe, auch wenn sie lästig sind

Mich erinnert dieser Psalm daran: Es gibt nichts auf dieser Erde, das Gott nicht mit Liebe geschaffen hat. Auch das, was uns lästig ist, uns das Leben schwer macht oder sogar abstößt: Stechmücken und Wespen, Pollenflug, Brennnesseln und Unkraut, Spinnen, Schlangen, Schnecken oder Ratten. Auch sie haben einen Nutzen in der Natur. Nichts in Gottes Schöpfungswerk ist unnütz oder sinnlos, alles hat seinen Platz. 

Auch wenn die grünen Papageien mir manchmal den letzten Nerv rauben, sie sind Teil dieses großen, vielfältigen Lebens, an dem Gott selbst Freude hat. Wenn sie wieder in Scharen auf den Bäumen sitzen, will ich mich an Gottes Schöpferkraft erinnern. Vielleicht gelingt es mir ja das nächste Mal, anders auf sie zu hören. Vielleicht entdecke ich im schrillen Kreischen dieser Papageien ein Lob für ihren Schöpfer – laut und voller Leben. 

Und vielleicht erfasst mich dann sogar ein neues Staunen über den Gott, der alles Leben liebt. Selbst das, was mir manchmal zu schrill, zu laut und zu viel erscheint.

Gibt es etwas in der Natur, das dir Mühe macht? Lies doch einmal den ganzen Psalm 104. Vielleicht hilft der Text auch dir, einen neuen Blick auf diese Geschöpfe zu bekommen. Teile deine Erfahrung gern in den Kommentaren. 

Sarah-Melissa Loewen


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Quelle: Unliebsame Schöpfung?

von youthweb

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