© Christian Hume / unsplash.com
Was ist dein Lieblingsduft? Ich persönlich liebe den Duft von Rosen und schnuppere an jeder Blüte am Wegesrand. Aber auch das schmackhafte Aroma meines Lieblingsessens lässt mein Herz höher schlagen. Gerüche beeinflussen uns stark. Sie sind fein und unsichtbar, aber sie beeinflussen, wie wir einen Ort oder Menschen wahrnehmen. Meinen Lieblingskosmetikladen rieche ich meist schon auf mehrere Meter und weiß direkt: Da will ich hin.
Ich war überrascht, als ich mitbekam, dass einige Kolleginnen und Kollegen auf meinen Conditioner geradezu abfahren. Erst waren mir die Komplimente dazu peinlich. Irgendwann griff ich an Bürotagen bewusst zu genau diesem Conditioner, um für meine Mitmenschen ein Wohlgeruch zu sein. Es war eine unkomplizierte Möglichkeit, ihnen den Tag zu versüßen.
Nach Jesus duften – unsere Aufgabe
Damit folge ich lustigerweise dem Vorbild des Apostel Paulus. Denn der schreibt in 2. Korinther 2,15: „Von mir geht der Wohlgeruch der Botschaft von Christus aus, und das zur Ehre Gottes. Er erreicht die, die gerettet werden, und die, die verloren gehen.“
Zu Paulus‘ Zeit gab es noch keinen Conditioner, höchstens Parfüm, aber er wusste schon: Selbst etwas so Feines wie ein Duft wirkt stark auf Menschen – und zwar positiv wie negativ.
Auch das habe ich schon erlebt: Auf einer Konferenz löste mein Haargeruch bei jemandem Kopfschmerzen aus. Die nächsten Tage ließ ich den Conditioner wohlweislich weg. Ich wollte niemanden Unwohlsein bereiten.
Paulus macht klar: Für Christen ist der Glaube an Jesus wie ein Duft, der uns anhaftet. Und unsere Aufgabe ist es, diesen Duft zu tragen.
Anders als bei realen Gerüchen sollen wir das auch dann tun, wenn die Reaktionen negativ ausfallen.
Einparfümieren nicht nötig
Auch das ist ja eine Eigenschaft von Düften: Wir können sie kaum zurückhalten. Ein Duft breitet sich unbemerkt aus – teilweise sogar durch Türen oder Fenster. Und wenn man ein Kleidungsstück oft getragen hat, hilft auch Waschen nichts mehr. Das entsprechende Stück nimmt unweigerlich den Duft seines Trägers an. Dieser kann aufdringlich oder unaufdringlich sein, aber er ist immer wahrnehmbar.
Als Kind bedeutete der Geruch des Morgenmantels meiner Mutter für mich Geborgenheit und Sicherheit. Denn damit kam sie immer dann an mein Bett, wenn ich krank war oder nicht schlafen konnte. Schon durch diesen vertrauten Geruch wusste ich: Jetzt werde ich getröstet.
Genauso nehme auch ich als Christin den Duft Jesu an, wenn ich in der Bibel lese, mit ihm rede und ihm nacheifere.
Mich bewusst einparfümieren ist dann gar nicht mehr nötig. Andere spüren mir meinen Glauben ab, selbst wenn ich nicht aktiv etwas dafür tue.
Was passiert, wenn wir zum Duft Jesu stehen
Ich habe oft Folgendes erlebt: Wenn ich bei meinem Gegenüber Abneigung gegen Jesus spürte und meinen Glauben lieber verbergen wollte, um den anderen nicht zu provozieren, kam das Gespräch von selbst darauf und mir blieb gar nichts anderes übrig, als Jesu Duft zu verströmen.
Wenn uns in diesem Sinne der Duft Jesu anhaftet, ist das eine gute Eigenschaft. Es geht dabei jedoch nicht darum, wie ein unsicherer Teenager anderen die Luft zum Atmen zu nehmen, weil wir es mit dem Aftershave übertreiben. Vielmehr soll uns in natürlichem Maße die Botschaft Jesu anhaften und abzuspüren sein – genau wie beim Morgenmantel meiner Mutter.
Wohlgeruch oder Gestank? Darüber entscheiden andere
Ob dieser Duft anderen dann Freude bereitet oder nicht, liegt nicht an uns, sondern an unserem Gegenüber. An ihm ist es zu entscheiden, ob er unseren Glauben als Wohlgeruch oder Bedrohung empfindet. Und ob er oder sie uns darauf anspricht oder nicht.
Für eins können wir allerdings sorgen. Wir können negative Duftfacetten wie Selbstgerechtigkeit, Heuchelei oder Besserwisserei aus unserem Glauben verbannen.
Und die Herznote mit Freundlichkeit, Empathie und ehrlichem Interesse am anderen verstärken. Dann wirkt die Basisnote umso stärker.
Was spüren Menschen dir ab, wenn sie dir begegnen? Bist du ein Wohlgeruch für andere? Und wenn nicht, was könntest du tun, um in deinem Umgang mit anderen mehr die Liebe und Botschaft Christi auszustrahlen?
Rebecca Schneebeli
Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden
Quelle: Jesus – das beste Parfüm der Welt