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„Dann müssen Sie mich wohl töten."

erstellt am 15.04.2025 00:00:00

Joel* wächst in Afghanistan in einer streng muslimischen Familie auf. In seiner Jugend ist Joel stets bemüht, Gott zu gefallen und ein guter Muslim zu sein. In der 12. Klasse erzählt ihm ein Mitschüler von Jesus und schenkt ihm eine Bibel. Ein Jahr lang liest Joel immer wieder darin und ist beeindruckt, wie liebevoll Gott in der Bibel beschrieben wird. Aber er kann nicht akzeptieren, dass Jesus Gottes Sohn ist.

Vision im Gefängnis

Eines Tages wird Joel in einen Verkehrsunfall verwickelt und kommt ins Gefängnis, weil er die Strafzahlung nicht aufbringen kann. Eingesperrt zwischen Schwerverbrechern bangt er Nacht für Nacht um sein Leben. Verzweifelt bittet er Allah, ihn aus dieser Situation zu befreien.

Nach einer Woche hat er einen Traum. Er begegnet einem Mann, der von einem hellen Licht umgeben ist und zu ihm sagt: „Ich bin Jesus. Wenn du mich lässt, werde ich dir helfen. Morgen früh wirst du frei sein.“ Daraufhin sieht Joel im Traum, wie er mit weiteren Insassen in ein anderes Gefängnis gebracht werden soll. Gerade als ein Polizist ihm befiehlt, in ein Auto zu steigen, ruft ein Mann von der anderen Straßenseite: „Joel soll nicht verlegt, sondern freigelassen werden!“

Joel wacht auf und am nächsten Morgen geschieht alles genau wie in seinem Traum. Er darf nach Hause gehen! Daraufhin entscheidet er sich, Jesus nachzufolgen.

Gefährliche Nachfolge 

Joel kann die neue Freude, die sein Herz erfüllt, nicht für sich behalten. Sofort beginnt er, seiner Familie von seiner Beziehung zu Jesus zu erzählen. Ein weiteres Wunder geschieht: Alle Familienmitglieder kommen zum Glauben und lassen sich taufen! Trotz seines jungen Alters gründet Joel sogar kleine Hausgemeinden. 

Fast alle afghanischen Christen sind Konvertiten. Die Abkehr vom Islam gilt als Schande und kann mit dem Tod bestraft werden. Manche Christen treffen sich heimlich. Sie wechseln dabei häufig Ort und Zeit ihrer Treffen, um das Risiko, entdeckt zu werden, zu minimieren.

Kurz nach der Machtübernahme der Taliban im Jahr 2021 wird Joel wegen seiner missionarischen Arbeit verhaftet. Neun Monate lang wird er im Gefängnis brutal gefoltert, schikaniert und gedemütigt. Er muss sogar mit ansehen, wie einer seiner Glaubensbrüder vor seinen Augen erschossen wird.

Bereit zum Abschuss

Eines Tages hält ein Offizier auch Joel eine Pistole an die Stirn und befiehlt ihm, seinem christlichen Glauben abzuschwören. Dann würde er freigelassen. Joels Knie zittern. Die Pistole an seiner Stirn fühlt sich eiskalt an. Er weiß, dass es ihn das Leben kosten kann, wenn der Mann nur mit dem Finger zuckt.

Doch statt Panik überkommt ihn plötzlich ein tiefer Friede, der nicht von dieser Welt ist. Gottes Kraft hält ihn aufrecht. Ruhig und bestimmt sagt er: „Dann müssen Sie mich wohl töten.“ Der Offizier ist sprachlos. Schließlich lässt er die Waffe sinken und erklärt den Gefangenen für verrückt. Joel darf das Gefängnis verlassen.

Flucht nach Pakistan

Ein Freund bringt Joel ins Krankenhaus, wo seine zahlreichen Verletzungen behandelt werden. „Die Schläge spüre ich heute noch“, sagt er. „Vor allem in den Knien und im Rücken.“ Sobald er körperlich dazu in der Lage ist, bleibt ihm nichts anderes übrig, als zu fliehen. Doch der Weg nach Pakistan ist gefährlich. An jedem Kontrollpunkt der Taliban fürchtet er entdeckt und erneut verhaftet zu werden. Doch auch hier erfährt Joel Gottes Bewahrung und schafft es schließlich über die Grenze.

Unerschütterlicher Einsatz trotz Lebensgefahr

In einem kleinen Haus in einer pakistanischen Großstadt füllt sich ein Wohnzimmer. Im Schutz der Dunkelheit treffen nach und nach etwa zwei Dutzend afghanische Flüchtlinge ein. Dicht gedrängt sitzen sie auf Kissen auf dem Boden. Die Türen sind verschlossen, die Vorhänge zugezogen. Jeder hier weiß: Auffälliges Verhalten könnte schnell die pakistanischen Behörden auf den Plan rufen.

Einige der Anwesenden sind Gläubige, andere „Suchende“, die mit Fragen gekommen sind – und mit Angst. Doch als das erste Lobpreislied leise erklingt, weicht die Anspannung für einen Moment einer tiefen gemeinsamen Hoffnung. Joel leitet die Versammlung.

Seit 2014 bringt der Mittelwellensender PANI (Pakistan, Afghanistan, Nord-Indien) unseres Medienpartners TWR Gottes Wort nach Südasien. Der ERF unterstützt in der Region die Ausstrahlung christlicher Radioprogramme sowie Projekte für Frauen und Geflüchtete.

In seiner neuen Heimat hat er sich schnell mit anderen Christen vernetzt und verbreitet weiterhin das Evangelium. Er übersetzt und produziert chrsitliche Radiosendungen für TWR. Außerdem reist Joel mit anderen Freiwilligen regelmäßig nach Afghanistan, um SD-Karten mit den Programmen zu verteilen. Dabei riskieren sie immer wieder ihr Leben.

Doch trotz der Gefahren will Joel weitermachen. Er sagt: „Wie Paulus im 2. Timotheusbrief schreibt, hat der Herr mir beigestanden und mir Kraft gegeben. Denn alle Völker sollen seine Botschaft hören. Dazu hat er mich aus der Höhle des Löwen errettet.“

Schenken Sie verfolgten Christen Hoffnung

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*Name geändert

Ingrid Will


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Quelle: „Dann müssen Sie mich wohl töten."

von youthweb

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