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Mehr Singen, mehr Gelassenheit

erstellt am 20.03.2025 00:00:00

Wir sind mitten in der Fastenzeit – die sieben Wochen zwischen Aschermittwoch und Ostern, in denen viele Christen bewusst auf etwas verzichten, um sich mehr auf Gott zu konzentrieren. Dazu lädt jedes Jahr auch die Aktion 7 Wochen Ohne der Evangelischen Kirche ein. In diesem Jahr lautet das Motto: „Luft holen! 7 Wochen ohne Panik.“

Tanja Rinsland aus der ERF Plus Redaktion macht in diesem Jahr bei der Fastenaktion mit und berichtet regelmäßig in Interviews darüber. Während es in der ersten und zweiten Fastenwoche um das Atmen und Seufzen ging, geht es diese Woche ums Singen. Aber wie kann Singen beim Loslassen von Panik helfen?

Singen macht glücklich

ERF: Tanja, zunächst eine Verständnisfrage: Was hat Singen mit „Panik-Fasten“ zu tun?

Tanja Rinsland: Es gibt tatsächlich einen Zusammenhang zwischen Singen und seelischer Ausgeglichenheit! Das ist sogar wissenschaftlich bewiesen und sehr faszinierend. Singen ist gesund: Es stärkt zum Beispiel nachweislich das Immunsystem und wer viel singt, trainiert die Lunge.

Zudem wird beim Singen das Glückshormon Oxytocin ausgeschüttet, das dafür da ist, Bindungen zu stärken und Angst zu reduzieren.

Singen ist also ein echter Geheimtipp, um gelassener zu werden.

Ein ungewöhnliches Loblied

ERF: Im Wochen-Bibeltext aus Jona, Kapitel 2 geht es um ein außergewöhnliches Singen – das Singen in einer verzweifelten Lebenslage. Kannst du uns die Situation beschreiben?

Tanja Rinsland: Der Bibeltext stammt diese Woche aus dem Alten Testament, aus dem Buch des Gottesmannes Jona. Darin ist folgende Geschichte zu lesen: Jona kommt – selbst verschuldet – in eine verzweifelte Lebenslage. Bei einer Reise übers Meer wird er von Bord geworfen und von einem großen Meerestier verschluckt. Jona muss damit rechnen, dass er stirbt.

In dieser Notsituation stimmt er ein Lied an. Man kann es in Jona 2,2-10 nachlesen. Darin klagt er Gott seine Not, aber drückt auch sein Vertrauen und seinen Dank aus, von ihm gerettet zu werden.
 

ERF: Spannend! Wie geht es dann mit Jona weiter?

Tanja Rinsland: Ich habe es schon angedeutet – Jona war selbst schuld an der Misere. Ich will hier nicht die ganze Geschichte erzählen, nur so viel: Jona hatte sich von Gott abgewandt und war regelrecht vor ihm abgehauen.

In dieser Situation musste Jona eigentlich damit rechnen, dass Gott nicht antwortet. Umso erstaunlicher dieses Lied. Denn Jona war ja noch gar nicht gerettet, als er diese Zeilen gesungen hat! Und doch preist er in seinem Lied Gott für seine Rettung.

Vielleicht weiß Jona einfach, dass Gott viel barmherziger ist als er selbst. Und so kommt es auch: Gott sorgt dafür, dass der Prophet überlebt und gibt ihm damit eine zweite Chance.

Ich finde das Verhalten von Jona gleichzeitig frech wie bewundernswert.

Dass er in einer Situation, an der er selbst schuld war, trotzdem Gott um Hilfe bittet. So im Sinne von „Ich weiß, ich hab Mist gebaut, aber du bist trotzdem Gott und kannst mir helfen“. Das ist irgendwie frech – und gleichzeitig erfrischend echt.

Jeden Tag ein Lied auf den Lippen

ERF: So viel zur Geschichte aus dem Alten Testament. Nun aber zur Praxis: Wie sieht diese Woche dein Panik-Fasten aus? Du wirst also wie Jona in Notlagen singen, um mehr Gelassenheit einzuüben?

Tanja Rinsland: Ich will ehrlich sein: Singen ist nicht so mein Ding. Ich bin nicht so der musikalische Typ. Aber beim Fasten geht es ja gerade darum, etwas zu tun, was einem eher schwerfällt. Ich habe mir vorgenommen, jeden Tag ein Lied zu singen, das mich auf Jesus ausrichtet. Und zwar unabhängig davon, in welcher Situation ich mich gerade befinde.

Ich lass mich von Jona inspirieren und denke mir:

Wenn man sogar im Bauch eines Meerestiers singen kann, dann kann man das wohl überall.

ERF: Viel Erfolg dabei und danke für das Interview!
 

Saskia Klingelhöfer


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Quelle: Mehr Singen, mehr Gelassenheit

von youthweb

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