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Seufzen tut gut!

erstellt am 13.03.2025 00:00:00

Die erste Woche der Fastenzeit ist rum. Manche haben vielleicht schon gemerkt, dass es mit dem Verzicht doch gar nicht so leicht geht, andere spüren bereits – je nachdem, worauf sie verzichten – die ersten positiven Auswirkungen.

Tanja Rinsland aus der ERF Plus Redaktion macht dieses Jahr bei der Aktion 7 Wochen Ohne der Evangelischen Kirche mit. Das Motto in diesem Jahr lautet: „Luft holen! 7 Wochen ohne Panik.“ Im Interview berichtet sie von ihrer ersten Fastenwoche und nimmt uns mit hinein in das Thema und den Wochenbibelvers der zweiten Fastenwoche.

ERF: Tanja, wie ist es dir in den ersten Tagen der Fastenzeit ergangen?

Tanja Rinsland: In der ersten Woche der Fastenzeit mit dem Thema „Fenster auf“ hatte ich mir vorgenommen, zwischendurch bewusste Atempausen einzulegen – mit kleinen Gebeten im Alltag. Und das habe ich tatsächlich letzte Woche ausprobiert. Ich muss sagen: Das waren wirklich Momente, in denen ich zur Ruhe gekommen bin.

Der Unterschied zwischen Jammern und Klagen

ERF: Das zweite Wochenmotto der Aktion ist Seufzen. Was verbirgt sich dahinter?

Tanja Rinsland: Seufzen ist ja oft ein Ausdruck für Klage. Wenn ich zum Beispiel die Nachrichten anschaue und sehe, wie viele Dinge in der Welt nicht gut laufen, geht mir schnell ein Seufzer über die Lippen.

Die Fastenzeit lädt dazu ein, uns bewusst Zeit fürs Klagen zu nehmen. Aber Achtung! Es geht dabei nicht ums Jammern, also darum, dass man alles, was einem nicht passt, lautstark beklagt.

Klage im biblischen Sinn ist der Ausdruck von Trauer über Unrecht. Beim Klagen bringe ich vor Gott zum Ausdruck, was mich verletzt, was mich traurig oder zornig macht.

ERF: Also nochmal konkret: Was ist der Unterschied zwischen Jammern und Klagen?

Tanja Rinsland: Beim Klagen geht es darum, das, was mein Innerstes bewegt, zum Ausdruck zu bringen. Als Christ tue ich dies zum Beispiel im Gebet vor Gott. Die Klage kommt aus der Seele und manchmal brauche ich dafür noch nicht einmal Worte: Zum Beispiel, indem ich einfach seufze. Und vielleicht kann ich nach der Klage die schmerzhaften Gefühle loslassen, sie vor Gott ablegen.

Beim Jammern geht es eher darum, das Mitleid eines anderen Menschen zu bekommen. Es geht nicht darum, etwas zu verarbeiten, sondern ich verharre in dem Gefühl „Das ist unfair!“.

Gott seufzt und klagt mit uns

ERF: Es gibt auch diesmal einen Wochenbibelvers, der uns durch die Fastenzeit begleiten soll. Für diese Woche kommt er aus Römer 8,27: „Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich’s gebührt, sondern der Geist selbst tritt ein für uns mit unaussprechlichem Seufzen“. Welcher Geist ist hier gemeint – und warum seufzt er?

Tanja Rinsland: Gemeint ist der Heilige Geist, also Gott selbst seufzt hier. In diesem Textabschnitt geht es genau darum: Dass wir Menschen manchmal Dinge erleben, die schwer zu ertragen sind. Paulus lädt uns ein, auch in diesen Zeiten Hoffnung zu haben. Denn wir sind nicht allein.

Selbst wenn wir nicht wissen, mit welchen Worten wir noch beten sollen, sieht Gott – also der Heilige Geist – unsere Not und tritt für uns ein.

nd nicht etwa, indem Gott uns sagt „Wird schon, Kopf hoch“, sondern der Heilige Geist seufzt und klagt mit uns. Das gibt mir Hoffnung, dass er meine Zukunft in der Hand hat und größer ist als meine Sorgen.
 

ERF: Gott selbst seufzt mit uns. Das ist ein starkes Bild. Aber wir wollen es wieder praktisch werden lassen: Was willst du diese Woche üben? Wie willst du diese Woche fasten?

Tanja Rinsland: Ich habe mir vorgenommen, diese Woche das „richtige“ Klagen zu üben. Ich will negative Gefühle weder herunterschlucken noch darüber jammern. Sondern ich möchte versuchen, sie bewusst mit Gott zu besprechen. Ihm meine Klage sagen und dann die Sorgen auch bei ihm loslassen. Ich bin gespannt, ob das bei mir zu mehr Gelassenheit führt.

ERF: Danke für das Gespräch!
 

Saskia Klingelhöfer


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Quelle: Seufzen tut gut!

von youthweb

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