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Das Bilderbuch Gottes

erstellt am 08.03.2025 00:00:00

Menschen lieben Geschichten. Das beweist nicht nur die Beliebtheit von Serien und Filmen, sondern mittlerweile auch jede Autowerbung. Die technische Ausstattung spielt nur am Rande eine Rolle, vielmehr vermittelt mir die Werbung ein Lebensgefühl. Ich weiß dann: Mit diesem Auto bin ich gerüstet für jedes Outdoor-Abenteuer, da es mich problemlos durch knietiefen Schlamm zu einer Küste mit Sonnenuntergang bringt. Wer will dieses Auto nicht haben?

Geschichten packen uns Menschen ganz anders als es Fakten tun. Das wusste übrigens schon Jesus. In der Bibel sind über 40 Gleichnisse – sozusagen Kurzgeschichten direkt aus dem Munde Jesu – überliefert. Zwölf von ihnen widmet sich der Autor Fabian Vogt in seinem Buch „Das Bilderbuch Gottes“.

Denn im Gegensatz zu so mancher Autowerbung sind die Gleichnisse Jesu auch nach 2 000 Jahren in ihrer Thematik noch hochaktuell und eröffnen meist mehrere Bedeutungsebenen.

Diese auszuloten hat sich Fabian Vogt zum Ziel gesetzt.

Antike Geschichten mit hochaktuellen Themen

Das Buch ist maßgeblich in drei Teile aufgeteilt, die in ihrer Länge stark variieren. Zu Beginn geht Fabian Vogt etwas näher auf die Gleichnisse Jesu im Allgemeinen ein. Er nennt zehn Kriterien, die seiner Ansicht nach das Geheimnis der Gleichnisse ausmachen und dazu beitragen, dass sie nicht nur bis heute verstanden werden, sondern uns auch etwas zu sagen haben.

Vogt schreibt dazu: „Die Settings, in denen sie spielen, mögen antik sein, die damit verbundenen Themen sind es nicht. Die sind zeitlos.“ Es geht in ihnen unter anderem darum, worauf wir unser Leben aufbauen, wie wir mit Menschen in Not umgehen und welches Verständnis von Gerechtigkeit wir haben.

Und noch zwei andere Punkte hebt er hervor: Nach ihm beschreiben die Gleichnisse meist „spannungsgeladene Situationen“ und sie erzählen immer „direkt oder indirekt … vom Reich Gottes“. Beides ist Grund genug, sich neu mit diesen Geschichten auseinanderzusetzen.

Neue Blickwinkel auf altbekannte Gleichnisse

Das tut Vogt dann im zweiten und dritten Teil des Buches. Der zweite Teil nimmt vom Umfang her den größten Part ein. Hierin erzählt Fabian Vogt jeweils zwölf Gleichnisse nach – darunter die Gleichnisse vom verlorenen Sohn, dem barmherzigen Samariter und den anvertrauten Talenten. Anschließend setzt er das jeweilige Gleichnis zum einen in den damaligen Kontext, eröffnet aber zum anderen Deutungsansätze für unsere heutige Zeit.

Besonders ist dabei, dass Vogt sich hier zwar bekannte Gleichnisse aussucht, sie aber von zum Teil ungewöhnlichen Blickwinkeln aus beleuchtet. So können auch Christen, denen die Geschichten bereits gut vertraut sind, Neues aus den Gleichnissen ziehen.

Selten bietet Vogt den Leserinnen und Lesern nur eine Deutung an, meist interpretiert er die biblische Grundlage in mehreren Schichten.

Beim Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen weitet er die Deutung über den Glaubenskontext (bereit sein für Jesu Wiederkunft) darauf aus, ob wir als Menschen frei genug sind, Chancen im Leben zu erkennen und zu nutzen. Beim Gleichnis vom großen Gastmahl fordert er uns auf, mal die Rolle des Gastgebers einzunehmen und im Gleichnis auch Gottes Fürsorge für Benachteiligte zu erkennen. Und im Gleichnis der anvertrauten Talente lenkt er den Blick darauf, die eigenen Begabungen zu erkennen und zu nutzen.

Dieser neue Blick macht die altbekannten Gleichnisse spannend und hat mir persönlich an der einen oder anderen Stelle einen ganz neuen Blick auf die Geschichten Jesu geschenkt.

Gesprächsanregungen für Gruppen als Ergänzung

Im dritten und wiederum etwas kürzeren Teil bietet Fabian Vogt dann zu jedem der dargestellten Gleichnisse noch Material für Hauskreise oder Kleingruppen. Pro Gleichnis sind die Gesprächsanregungen zwar mit einer bis anderthalb Seiten überschaubar, reichen jedoch aus, um einen angeregten Austausch in einer Gruppe vorzubereiten. Das macht das Buch auch für Gruppenleiter interessant.

Fazit

In „Das Bilderbuch Gottes“ bietet Fabian Vogt einen frischen Blick auf zwölf Gleichnisse Jesu, der selbst bibelfeste Christen hier und da überraschen mag. Die einzelnen Texte sind ansprechend und an vielen Stellen mit einem gewissen Augenzwinkern geschrieben. Dadurch macht es Spaß, in die verschiedenen Gleichnisse einzutauchen. Verdeutlicht wird jedes Gleichnis durch eine Illustration, was die optische Gestaltung des Buches aufwertet.

„Das Bilderbuch Gottes“ ist insgesamt ein solides Andachtsbuch, das jedoch in einer etwas ungewöhnlichen Form daherkommt und so auch Menschen Freude machen kann, die keine klassischen Andachtsbücher mögen. Ein klares Plus des Buches ist, dass es auch zur Vorbereitung von Gruppengesprächen Anregungen bietet.

Zudem motiviert Fabian Vogts Buch, in Glaubensgesprächen wieder mehr auf Geschichten zurückzugreifen: Auf die aus der Bibel, selbst erlebte oder sogar eigens erfundene Gleichnisse. Denn wenn das Buch eines lehrt, dann, dass wir aus Geschichten – und ganz besonders aus den Gleichnissen Jesu – viel mitnehmen können.

Es ist somit nicht zuletzt eine Einladung, das Geschichtenerzählen im besten Sinne neu von Jesus zu lernen.

Rebecca Schneebeli


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Quelle: Das Bilderbuch Gottes

von youthweb

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