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Frieden oder Angst?

erstellt am 30.12.2024 00:00:00

Das Jahr 2025 liegt vor uns und viele Menschen gehen mit gemischten Gefühlen darauf zu. Mir geht es jedenfalls so. Da sind leise Fragen, die sich immer wieder breitmachen wollen: Wie wird es werden? Was werde oder muss ich er- bzw. durchleben? Überwiegt das Gute oder das Schwere?

Ein Jahreswechsel zum Davonlaufen

Hier erinnere ich mich an meinen letzten Jahreswechsel. Wir hatten als Familie einige anstrengende Monate hinter uns und waren dadurch entkräftet – körperlich und seelisch. In unser jährlichen Abschlussandacht an Silvester, habe ich – wie bei uns üblich – eine Karte mit einem Bibelvers für das neue Jahr gezogen. Allerdings habe ich mir den Vers an diesem Tag nicht mehr angesehen.

Der Silvesterabend war mit Freunden geplant, wurde allerdings mal wieder durch plötzlich auftretende gesundheitliche Probleme durcheinandergeworfen und wir mussten kurzfristig nach Hause fahren. So begann für uns das neue Jahr.

Zu behaupten, dass ich enttäuscht war, trifft nicht im Mindesten die Achterbahn, die an diesem Tag in mir ihre Runden drehte. Am Neujahrsmorgen nahm ich meine gezogene Karte zur Hand und fühlte mich in meinem aktuellen Zustand verhöhnt: „Meine Gnade ist alles, was du brauchst. Meine Kraft zeigt sich in deiner Schwäche“ (2. Korinther 12,9).

Wird das neue Jahr so schlimm wie das letzte?

Vor meinem inneren Auge sah ich unmittelbar Bilder: Ich würde auch im neuen Jahr viel Schlimmes erleben und kämpfen müssen. Ich würde schwach sein und unfähig, an der Situation etwas zu ändern. Das Jahr würde schlimmer werden als das, was ich gestern mit Pauken und Trompeten einfach nur hinter mir lassen wollte.

Dann las ich den Bibelvers noch einmal durch. Seine Worte konnten auch bedeuten, dass ich mich innerlich entspannen kann und soll – in dem Wissen, dass ich nicht alles meistern muss, was mir im neuen Jahr begegnet.

Mir wurde in diesem Moment neu klar, dass ich einen Gott habe, der größer und stärker ist als ich. Der, wenn ich mit meinem Latein am Ende bin, erst anfängt.

Ein anstrengendes Jahr mit Gott an meiner Seite

Im Rückblick muss ich sagen, beide Varianten sind zur Realität geworden. Es war ein schweres, anstrengendes Jahr mit vielen Herausforderungen, Wüstenzeiten und wenigen Berggipfeln. Ich brauchte all meine Kraft und war dankbar, dass ich einen Gott an meiner Seite wusste, der mich nicht im Stich lässt und dann eingegriffen hat, wenn seine Gnade alles war, was ich hatte.

Jetzt, wo der nächste Jahreswechsel unmittelbar vor mir liegt, kommen wieder die gleichen leisen Fragen in mir hoch wie im Jahr zuvor.

Währenddessen lebe ich meinen Alltag und darf erleben, dass Gott auch das weiß und mich sieht. Dass er auch nächstes Jahr wieder mit meinen Fragen und Ängsten umgehen kann und wird.

Mitten in einer Musikaufnahme eines unserer Gottesdienste wird mir zutiefst bewusst, was ich gerade singe. Es geht um eine Strophe aus dem bekannten Lied „Von guten Mächten wunderbar geborgen“. Während ich dort stehe und singe, gehen mir viele Gedanken durch den Kopf.

Noch will das Alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Was das nächste Jahr bringt, weiß nur Gott

Genau das fühle ich auch jetzt, tief in meinem Herzen. Mich quält noch immer viel Schweres, was ich in diesem Jahr erlebt habe. Einiges sitzt tief. Es lähmt noch immer. Doch ich möchte nicht mit diesem alten Ballast in das neue Jahr gehen.

Ich möchte es zurücklassen, mich unbedarft auf Neues freuen. Die Hoffnung wagen, dass das neue Jahr leichter wird als das, was ich zurücklasse. Doch ob es so sein wird, kann mir niemand sagen. Das weiß nur Gott allein.

Aus diesem Grund will ich mich auf die beiden letzten Zeilen der Strophe konzentrieren. Darauf, dass Gott meine aufgeschreckte Seele sehr wohl kennt, dass er mir wohltut und mich und mein Leben im Blick hat.

Ich will meinen Blick auf die Tatsache ausrichten, dass er der Herr meines Lebens ist und alles in seiner Hand liegt, auch das neue Jahr. Denn ich weiß, dass Gott bisher an jedem Tag meines Lebens präsent war und sich das auch in 2025 nicht ändern wird.

Gehe ich mit Frieden in das neue Jahr?

Hier kommt der Moment, an dem ich mich entscheiden muss. Wie will ich ins neue Jahr gehen? Mit Angst vor der Ungewissheit, oder entscheide ich mich für Frieden? Wissend, dass Gott da sein wird und – ganz egal, was geschieht – alles zuerst an ihm vorbei muss.

Ehrlich gesagt, ich kann die Angst nicht ganz abschütteln. Das gebe ich offen zu. Doch ich will mich bewusst für den Frieden und für das Vertrauen in Gottes gute Führung entscheiden.

Was auch immer kommen wird: ER wird da sein, auch für dich!
 

Daniela Ditthardt


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Quelle: Frieden oder Angst?

von youthweb

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