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Halloween: harmloses Kinderfest oder kultisches Ritual?

erstellt am 25.10.2024 00:00:00

In wenigen Tagen ist es wieder so weit: Kleine, gruselige Gestalten mit Totenmasken und Hexenkostümen ziehen am 31. Oktober von Haus zu Haus und bedrohen die Bewohner. Diese kommen nur aus der Sache heraus, wenn sie den unwillkommenen Gästen eine Bestechung anbieten.

Aber worauf geht die Tradition von Halloween eigentlich zurück? Und wie kann man als Christ damit umgehen?

Schutz vor bösen Geistern

Das Wort Halloween leitet sich vom englischen „All Hallows Eve“ ab, dem Abend vor Allerheiligen. Die Ursprünge der Halloween-Bräuche sind vielschichtig und führen uns weit in die Geschichte zurück.

Die bekannteste Theorie besagt, dass Halloween seine Wurzeln im keltischen Fest Samhain hat. Es markierte das Ende des Sommers und den Beginn der dunklen Jahreszeit. An diesem Tag sollte die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Toten besonders dünn sein. Um sich zu schützen und böse Geister zu vertreiben, trugen die Menschen Masken und machten Lärm.

Möglicherweise wollte die christliche Kirche diesem kultischen Fest etwas entgegensetzen. So entstand Allerheiligen (1. November), an dem in der katholischen Kirche der Heiligen gedacht wird, gefolgt von Allerseelen (2. November), wo die Verstorbenen geehrt werden.

Vermischte Bräuche

Dennoch blieben viele der alten Bräuche wie das Verkleiden und der Glaube an Geister erhalten und vermischten sich mit christlichen Traditionen.

So geht der Spruch „Süßes oder Saures“ (im Englischen „Trick or Treat“) möglicherweise auf eine alte Tradition zurück, die im Mittelalter bekannt war: Am Abend vor Allerheiligen zogen Bettler und Kinder von Haus zu Haus und baten um sogenannte „Seelenkuchen“, kleine Brote oder Gebäckstücke. Im Gegenzug versprachen sie, für die Verstorbenen der Hausbewohner zu beten.

Falls dies wirklich der Ursprung der Süßigkeitenorgie an den Türen ist, so besteht zumindest ein großer Unterschied: nämlich in der Haltung. Das freundliche Bitten wurde abgelöst durch eine Androhung von gemeinen Streichen, wenn man nicht die Taschen gefüllt bekommt. 

Menschenopfer an Halloween?

Teilweise kursiert auch die Theorie, dass Halloween auf das Opfern von Kindern zurückgeht, um die bösen Geister zu besänftigen, und dass ein Kürbis vor dem Haus des Opfers aufgestellt wurde. Diese Annahme ist jedoch historisch schwer zu belegen.

Es ist wahr, dass in einigen alten heidnischen Kulturen, einschließlich der keltischen, rituelle Opfergaben Teil von Festen und Zeremonien waren.

Die Praktik der Menschenopfer war jedoch nicht spezifisch für Samhain. Die meisten Informationen über Menschenopfer bei den Kelten stammen aus Berichten von römischen Historikern, die oft voreingenommen waren und die Kelten als barbarisch darstellten.

Christen und Halloween 

Für Christen stellt sich die Frage: Sollten wir an Halloween unsere Türen öffnen und damit an einem Fest teilnehmen, das auch düstere und okkulte Aspekte glorifiziert? Ist es mit unserem Glauben vereinbar, an einem Brauch teilzuhaben, der so stark mit Okkultismus verbunden ist?

Die Bibel spricht davon, dass wir uns vom Okkulten und jeder Art von Magie fernhalten sollen (vgl. 5. Mose 18,10-12). Außerdem sind manche Verkleidungen an Halloween so düster, dass Kinder Angst bekommen und Alpträume davon haben können.

Es ist selbstverständlich, dass Christen an Halloween nicht an dubiosen okkulten Praktiken teilnehmen sollten.

Auch die Teilnahme an gruseligen Halloween-Partys mit angsteinflößender Kostümierung, bei denen die Grenzen möglicherweise verwischen, muss nicht sein.

Handeln nach dem eigenen Gewissen

Doch was das Sammeln und Verschenken von Süßigkeiten an den Türen angeht, so hat dies mit Okkultismus oder gar Satanismus nichts zu tun. Für die teilnehmenden Kinder ist es eine Gelegenheit, sich gemeinsam mit Freunden zu verkleiden, den Bonbonvorrat für die nächsten Wochen aufzufüllen und Spaß zu haben. Viele von ihnen haben keine Ahnung von den kultischen Hintergründen und wissen noch nicht einmal, was „Süßes oder Saures“ bedeutet.

Als Entscheidungshilfe kann uns bei diesem Thema eine Stelle aus dem Römerbrief dienen. Paulus geht darin auf die Frage ein, ob es in Ordnung ist, Fleisch zu essen, das von heidnischen Opfern stammt. Er empfiehlt, dass jeder nach seinem eigenen Gewissen handeln und niemand über den anderen urteilen soll, weil er sich anders entscheidet: „Wer isst, verachte den nicht, der nicht isst; und wer nicht isst, richte den nicht, der isst; denn Gott hat ihn angenommen.“ (Römer 14,3)

Dasselbe gilt für mich auch beim Thema Halloween:

Jede Familie sollte die Freiheit haben, einen eigenen Umgang mit Halloween zu finden, ohne dass sie dafür von anderen verurteilt wird.

Alternativen anbieten

Eine Option ist, schon im Vorfeld zu alternativen christlichen Feiern einzuladen. Viele Gemeinden organisieren an Halloween sogenannte „Light-Partys“ beziehungsweise Lichterfeste für Kinder. Sie bieten den Kindern eine fröhliche und positive Alternative zu den düsteren Halloween-Feiern und legen den Fokus auf Jesus, das Licht der Welt. Früher fanden solche oder ähnliche Feste am 11. November statt, an Sankt Martin. Dieser Brauch ist leider weitgehend verloren gegangen. 

Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Kindern an der Tür nicht nur Süßigkeiten mitzugeben, sondern auch ein Zettelchen mit einem ermutigenden Bibelvers.

Wer die Kult-Hörspielreihe „5 Geschwister“ kennt und liebt, für den könnte auch die neueste Folge „Der letzte Schrei“ interessant zum Verteilen sein. Darin wird die gruselige und okkulte Seite von Halloween in einer Geschichte erklärt. Das Hörspiel ist allerdings nur für Familien mit älteren Kindern gedacht, da es für jüngere Kinder beängstigend sein könnte. Am besten ist es also, das Hörspiel vorher selbst einmal anzuhören und dann individuell zu entscheiden.

Auf den Kontext achten

Und wie sieht es aus, wenn die eigenen Kinder oder Enkel unbedingt an Halloween mitlaufen wollen?

Wenn in der unmittelbaren Nachbarschaft keine anderen Kinder an Halloween beteiligt sind, lässt es sich einfacher umsetzen, das Kind nicht von Haus zu Haus ziehen zu lassen und ein Alternativangebot zu machen.

Auf dem Dorf sind die Kinder aber oft gemeinsam unterwegs, und die eigenen Kinder haben sich vielleicht schon monatelang auf den Tag gefreut. Dann muss man als Eltern entscheiden, was für einen in diesem Fall schwerer wiegt: ein Verbot aus den genannten Gründen oder die Beziehung zum Kind und zur Dorfgemeinschaft.

In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, mit den Kindern offen über die Ursprünge von Halloween zu sprechen und gemeinsam zu überlegen, was man tun kann. 

Gemeinsam nach Lösungen suchen

Vielleicht findet man einen Kompromiss, indem man man die Kinder darauf hinweist, dass sie an den Türen freundlich sind und nicht unverschämt werden. Auch kann man gemeinsam festlegen, welche Verkleidung in Ordnung ist und welche nicht. So würde ich mein Kind nicht als Hexe gehen lassen, aber als lustiges Gespenst vielleicht schon.

Geht gar nicht? Zur Erinnerung: Weihnachten, wie wir es heute feiern, hat viele Elemente, die aus heidnischen Winterfesten stammen. Dazu gehört zum Beispiel der Weihnachtsbaum, den Christen später als Baum des Lebens umdeuteten. Trotzdem strahlen Kinderaugen, wenn an Heiligabend der festlich geschmückte Tannenbaum in der guten Stube steht.

Auch Erntedank war ursprünglich ein heidnisches Fest, das von vielen Kulturen gefeiert wurde, um den Göttern für eine gute Ernte zu danken. Später integrierten Christen diesen Tag in den christlichen Kalender.  

Einen reflektierten Umgang finden

Letztendlich kommt es darauf an, dass wir als Christen besonnen und reflektiert mit Halloween umgehen.

Wir sollten weder in blinde Ablehnung noch in gedankenlosen Mitmachmodus verfallen, sondern uns überlegen, wie diese Situation zu uns und unserem persönlichen Glauben passt.

So solltest auch du nach deinem eigenen Gewissen entscheiden, ob und in welcher Weise du dich an Halloween beteiligst. Wenn du es mit deinem Glauben nicht vereinbaren kannst, ist es besser, Abstand zu halten. Aber wenn für dich der Spaß für die Kinder im Vordergrund steht oder du glaubst, dass du einen positiven Einfluss ausüben kannst, kannst du in diesem Glauben auch handeln.

Wie gehst du mit Halloween um? Schreib es uns in die Kommentare.

Theresa Folger


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Quelle: Halloween: harmloses Kinderfest oder kultisches Ritual?

von youthweb

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