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Wäre da mehr drin gewesen?

erstellt am 16.09.2024 00:00:00

Vor kurzem las ich in einer Zeitung die Überschrift: „Habe ich den richtigen Partner, oder wäre da mehr drin gewesen?“

Vielleicht kennst du dieses Gefühl: Dein Leben ist irgendwie okay, aber nicht überragend. Du hast einen Job, der in Ordnung ist, eine stabile Partnerschaft und Freunde, mit denen du dich regelmäßig triffst. Aber dennoch ist da diese nagende Frage: Wäre da noch mehr drin gewesen, wenn ich mich an bestimmten Stellen anders entschieden hätte?

Solche Fragen können einem das eigene Leben ganz schön madig machen.

Ich muss nur den Newsfeed in einem beliebigen Social-Media-Kanal öffnen und sehe, wie gut das Leben bei anderen läuft, die vermeintlich besser abgebogen sind.

Sei es Cora, die als Influencerin arbeitet und mit 50 Jahren dank ihrer Taping-Technik vollkommen faltenfrei ist, oder Simone, die mit vier Kindern nebenbei einen Master macht und nun eine Leitungsposition in einem Unternehmen antritt. Und ich?

Die Illusion des perfekten Lebens

Diese nagende Unzufriedenheit kann sich leise in unsere Gedanken einschleichen, besonders in Momenten, in denen wir das Gefühl haben, festzustecken oder etwas verpasst zu haben. Doch was steckt wirklich dahinter?

Es ist die Annahme, dass es einen optimalen Lebensentwurf für uns gibt, wenn wir uns nur immer richtig entscheiden. Es ist die Angst, etwas verpasst zu haben. Und es ist die Frage, ob wir unser Potenzial voll ausgeschöpft oder uns mit zu wenig zufriedengegeben haben.

Kurz: Es ist die Sehnsucht nach dem perfekten Leben.

Doch wenn wir ehrlich sind, bringt uns diese ständige Unzufriedenheit nicht weiter. Im Gegenteil, sie raubt uns die Freude am Hier und Jetzt und lässt uns das Gute, das wir haben, aus den Augen verlieren.

Die Wahrheit ist, dass die Suche nach dem „Mehr“ oft eine Illusion ist.

Denn es gibt das Leben immer nur brutto. Wir sehen die Schokoladenseiten der anderen – auf Social Media und Zeitschriften – und vergessen dabei, dass auch Menschen mit einem scheinbar perfekten Leben mit Kämpfen und Unsicherheiten konfrontiert sind. Das, was uns oft als „mehr“ erscheint, ist vielfach mit einem hohen Preis verbunden, den wir nicht sehen.

Zufriedenheit als bewusste Entscheidung

Der Apostel Paulus schreibt in seinem Brief an die Philipper: „Ich habe gelernt, in jeder Lage zufrieden zu sein, in der ich mich befinde“ (Philipper 4,11). Diese Worte klingen einfach, aber ihre Umsetzung ist eine echte Herausforderung.

Zufriedenheit ist kein Zustand, der uns einfach zufällt – sie ist eine bewusste Entscheidung. Es bedeutet, mein Leben so anzunehmen, wie es ist, und das Beste daraus zu machen.

Zufrieden zu sein heißt jedoch nicht, dass wir uns mit allem abfinden müssen. Es ist gut und richtig, nach Möglichkeiten zu suchen, uns weiterzuentwickeln und uns neue Ziele zu setzen. Aber während wir uns danach ausstrecken, dürfen wir nicht vergessen, den Moment zu schätzen, in dem wir gerade leben.

Sehnsucht nach mehr erlaubt

Vielleicht wäre an manchen Stellen in deinem Leben tatsächlich „mehr drin gewesen“. Aber statt in der Vergangenheit zu verweilen und darüber nachzugrübeln, was hätte sein können, lade ich dich ein, deine heutigen Möglichkeiten wahrzunehmen. Denn Zufriedenheit ist nicht das Ergebnis eines perfekten Lebens, sondern die Fähigkeit, das Gute im Unperfekten zu sehen.

Wie kannst du das im Alltag umsetzen? Beginne damit, bewusst auf die kleinen Dinge zu achten, die dir Freude bereiten. Übe dich in Dankbarkeit, indem du jeden Tag drei Dinge aufschreibst, die schön an deinem Leben sind. Und überlege dir, welchen Schritt du heute in Richtung eines neuen Ziels gehen kannst, wenn nicht alles so bleiben soll, wie es ist.

„It’s a good day to have a good day“ – es ist ein guter Tag, um einen guten Tag zu haben. So singt es Country-Sänger Bill Andereson in einem Song. Das wünsche ich dir für heute.

Theresa Folger


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Quelle: Wäre da mehr drin gewesen?

von youthweb

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