© Sinitta Leunen / unsplash.com
Wir sind mitten in der Urlaubssaison angekommen – in etlichen Bundesländern in Deutschland sind bereits Sommerferien! Aber vielleicht kennst du das: Kaum im Urlaub angekommen, ist man plötzlich krank. Dieses Phänomen hat einen Namen: „Leisure Sickness“.
Wörtlich übersetzt heißt das einfach Freizeitkrankheit. Ausgerechnet wenn Erholung und Entspannung angesagt sind, schlagen Erkältung, Kopfschmerzen oder sonstige Krankheiten zu. Laut einer Umfrage im Auftrag der Internationalen Hochschule Bad Honnef-Bonn erwischt es jede fünfte Person im Urlaub.
Aber warum passiert das gerade dann, wenn wir uns eigentlich entspannen und regenerieren wollen?
Ursachen und Symptome von Leisure Sickness
Leisure Sickness ist ein relativ neues Konzept, das in den letzten Jahren verstärkt Aufmerksamkeit bekommen hat. Dieses Phänomen wurde so genannt, weil viele Menschen über Kopfschmerzen, Müdigkeit, Muskelverspannungen und sogar Erkältungssymptome klagen, sobald sie in den Urlaub fahren oder ein freies Wochenende haben.
Experten vermuten, dass der plötzliche Wechsel vom Stressmodus in den Entspannungsmodus den Körper aus dem Gleichgewicht bringt. Der Körper braucht eine gewisse Zeit, um wieder zurück in einen Ruhezustand zu finden und sich daran zu gewöhnen. Dies hat sich in unserer hektischen und leistungsorientierten Gesellschaft sogar noch verstärkt, sodass immer mehr Menschen unter dem Phänomen leiden.
Rein physiologisch funktioniert Leisure Sickness so: Nach einer intensiven Arbeitsphase fällt häufig viel Anspannung von uns ab. Auch unser Immunsystem fährt dann runter, nachdem es im Arbeitsstress auf Hochtouren gearbeitet hat. Der Körper produziert also weniger Abwehrzellen und damit werden wir anfälliger für Krankheiten.
Damit dein Urlaub auch die Entspannung und Erholung bringt, die du dir davon versprichst, kommen hier fünf Tipps, was du schon im Vorfeld tun kannst, um einer Leisure Sickness vorzubeugen.
1. Den Alltag ausklingen lassen
Steht dein Urlaub vor der Tür, versuche dein Stresslevel nicht von 100 direkt auf 0 fallen zu lassen. Lasse den Alltag lieber schon im Vorfeld etwas ausklingen. Dazu sind ein wenig Vorbereitung und Organisation nötig, um nicht noch am letzten Arbeitstag bis zur letzten Sekunde alle wichtigen Aufgaben zu erledigen.
Hilfreich kann es sein, alle betroffenen Kolleginnen und Kollegen frühzeitig über deine Urlaubszeit zu informieren und größere Aufgaben schon einige Tage vor dem Urlaubsstart abzuschließen oder an andere zu übergeben. Es kann auch hilfreich sein, den letzten Tag vor dem Urlaub zu blocken, damit du dann keine größeren Termine mehr hast und Unvorhergesehenes entspannt erledigen kannst.
Auch zu Hause muss kurz vor der Abreise nicht noch die ganze Wohnung blitzsauber geputzt werden. Versuche, dich schon ein paar Tage vor Urlaubsbeginn auf den Ferienmodus einzustimmen und zusätzlichen Stress vor der Abreise zu vermeiden. Das kannst du schaffen, indem du frühzeitig mit dem Packen und der Reiseplanung beginnst und nicht erst am Abend vor deiner Abreise.
2. Regelmäßige Pausen einlegen
Um der Leisure Sickness langfristig vorzubeugen, versuche nicht nur während der Ferien, sondern auch im Alltag regelmäßige Pausen und Ruhezeiten einzuplanen. Kurze Momente der Entspannung helfen, deinen Stresspegel zu senken und dein Immunsystem zu stärken.
Oft verbinden wir Ruhezeiten mit Unproduktivität. Aber indem wir uns regelmäßige Auszeiten gönnen, kann sich der Körper regenerieren und wir bleiben auf lange Sicht produktiver.
Solch eine Mini-Auszeit kann zum Beispiel ein kurzer Spaziergang nach der Mittagspause sein oder eine 15-minütige Kaffeepause am Nachmittag, in der du nichts anderes tust, als dich gemütlich hinzusetzen und eine Tasse Kaffee zu trinken. Nach Feierabend tut dir vielleicht ein halbstündiges Nickerchen gut, bevor du den Haushalt erledigst, Einkäufe machst oder das Abendessen vorbereitest.
Wenn du Schwierigkeiten hast, dir diese Zeiten zu nehmen, mache dir dafür einen verbindlichen Termin im Kalender. Das kann dir helfen, diese Auszeiten auch wirklich einzuhalten.
Eine weitere Hilfe kann es sein, nicht immer nur lange Urlaubszeiten einzuplanen, sondern dir auch hier und da ein verlängertes Wochenende oder einen Kurzurlaub zu gönnen. Auch damit lädst du deine Energie zwischendurch auf.
3. Gesund leben
Neben regelmäßigen Pausen ist natürlich auch eine allgemeine gesunde Lebensweise förderlich, um Krankheit vorzubeugen. Achte auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und regelmäßige Bewegung. Diese Faktoren tragen wesentlich dazu bei, dass dein Körper widerstandsfähiger gegen Stress wird.
Oft argumentieren wir, dass wir in Stresszeiten dazu nicht auch noch die Zeit haben. Gerade wenn es im Alltag hart auf hart kommen, greifen wir schnell zu Junk Food oder lassen unseren Sportkurs sausen. Gesünder ist es, wenn du es genau andersherum machst: Achte umso stärker auf eine gesunde Lebensweise, je mehr Stress du hast.
4. Übergangsrituale einführen
Schaffe dir kleine Rituale, die den Übergang von der Arbeitszeit in die Freizeit erleichtern. Das ist vor allem dann wichtig, wenn du im Homeoffice arbeitest und der Weg von der Arbeit nach Hause entfällt.
Auch hier kannst du wieder einen kurzen Spaziergang machen oder eine Runde mit dem Fahrrad drehen. Bewegung und frische Luft helfen, den Kopf frei zu kriegen und den Arbeitstag gedanklich abzuschließen.
Eine andere Möglichkeit ist es, dich umzuziehen. Indem du deine Kleidung wechselst, legst du die Arbeit buchstäblich ab. Das kann helfen, dich auch innerlich von der Arbeit zu lösen und dich auf den Feierabend einzustimmen.
Am Feierabend des letzten Arbeitstages vor dem großen Sommerurlaub kann es hilfreich sein, wenn du deinen Arbeitsplatz ordentlich aufräumst. Richte in deinem E-Mail-Postfach eine Abwesenheitsbenachrichtigung ein, sortiere herumliegende Unterlagen, leere den Papierkorb, gieße die Pflanzen und lüfte das Büro einmal durch. Auf diese Weise kannst du auch gedanklich einen Haken an die Arbeit machen und entspannt in deine Ferien starten.
Aber Achtung: Plane dies auch zeitlich mit ein und erledige es nicht noch schnell unter Druck. Denn dann verursacht es gegebenenfalls zusätzlichen Stress.
5. Auf Gottes Fürsorge vertrauen
Leisure Sickness zeigt uns auf schmerzhafte Weise, wie sehr unser Leben oft aus dem Gleichgewicht geraten ist. Wir arbeiten so hart und lange, bis unser Körper überlastet ist und wir im schlimmsten Fall sogar ausbrennen.
Du darfst deine Arbeit bei Feierabend oder Ferienbeginn getrost liegen lassen und Pause machen. Erinnere dich daran, dass Gott für dich sorgt! Ihm kannst du alle Sorgen, Probleme und Gedanken überlassen, die dich in Bezug auf deine Arbeit noch beschäftigen.
Vermutlich hat Gott es bereits kommen sehen, dass wir Menschen mal ein Problem mit dem Ausruhen haben werden. So hat er schon in seiner Schöpfungsordnung vorsorglich einen Ruhetag implementiert, damit wir regelmäßig Erholung finden. In 1. Mose 2,2-3 lesen wir, dass Gott nach sechs Tagen sein Werk vollendete und am siebten Tag von der Arbeit ausruhte.
Gott selbst gibt uns hier ein Vorbild dafür, wie wichtig es ist, regelmäßig innezuhalten und unsere Seele und unseren Körper zu erholen. Gönn dir selbst diesen Ruhetag! Versuche, am Sonntag so wenig Arbeit und Stress wie möglich zu haben und bereite das Wichtigste weitestgehend vor.
Schmiede bereits in der Woche Pläne für den Sonntag. Das steigert nicht nur die Vorfreude, sondern senkt auch nachweislich dein Stresslevel unter der Woche. Überlege dir: Was macht dir Spaß? Worauf hast du Lust? Was brauchst du gerade? Wofür hattest du schon lange keine Zeit mehr?
Indem wir diesem göttlichen Rhythmus aus Arbeit und Ruhe folgen, können wir nicht nur unsere Gesundheit bewahren, sondern auch eine tiefere Beziehung zu Gott und unseren Mitmenschen pflegen.
Sarah-Melissa Loewen
Gerne stellen wir Ihnen unsere Inhalte zur Verfügung. Und würden uns sehr freuen, wenn Sie unsere Arbeit mit Ihrer Spende fördern. Herzlichen Dank! Jetzt spenden
Quelle: Immer wieder krank im Urlaub?