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Ester: Topmodel für Gott

erstellt am 24.03.2024 00:00:00

Das Buch Ester spielt zur Zeit des persischen Königs Xerxes, der das persische Weltreich von 486-465 v.Chr. regierte. Damals lebte ein großer Teil des jüdischen Volkes nicht mehr im Gelobten Land, sondern in der Diaspora in Persien.

Das hebräische Ester-Buch gleicht heutigen Roman-Bestsellern: Es ist voller Intrigen, Liebe und Gewalt. Es ist aus einer Zeit schwerer Unterdrückung zu verstehen.

Mit der Verstoßung der persischen Königin Waschti wird der Weg frei für die Jüdin Ester. Die Waise Ester wächst bei ihrem Onkel Mordechai auf. Wegen ihrer auffallenden Schönheit wird sie zusammen mit anderen hübschen Jungfrauen aus allen Provinzen des Reiches an den Königshof gesandt, um eine zwölfmonatige „Schönheitskur“ zu absolvieren und anschließend dem König zwecks Wahl einer neuen Königen „vorgeführt“ zu werden.

Und tatsächlich kann das jüdische Mädchen den König für sich gewinnen. Er erwählt sie, und dem Rat Mordechais folgend, verschweigt sie dem König ihre jüdische Abstammung.

Tödliche Gefahr

Das düstere Gegenstück zur schönen Ester ist der Großwesir Haman. Nach persischem Brauch verlangt er von allen Untertanen die kniefällige Huldigung, die der fromme Jude Mordechai aber verweigert. Aus Zorn über diesen Ungehorsam beschließt Haman nicht nur Mordechai zu töten, sondern allen Juden im persischen Reich nach dem Leben zu trachten. In irrationalem Hass plant er penibel einen Völkermord.

Dieser Hass hat sich nicht nur in der deutschen Geschichte gezeigt, sondern er zeigt sich auch in aktuellen weltweiten Entwicklungen. Es ist erschütternd, dass aus der Geschichte offenbar nichts gelernt wird.

Angesichts tödlicher Gefahr bedrängt Mordechai seine Nichte, ihren Einfluss auf den König geltend zu machen. Jetzt muss sich Ester entscheiden zwischen ihrer Rolle als persische Königin und ihrem jüdischen Volk, dessen Angehörige sie ist. Das fällt ihr nicht leicht. Um Gewissheit für ihr Handeln zu erlangen, bittet sie Mordechai, alle Juden zusammen zu rufen und drei Tage und drei Nächte zu fasten. Sie und ihre Dienerinnen würden das Gleiche tun.

Hier erweisen sich Ester und Mordechai als fromme Juden. Zwar ist von Gott expressis verbis nicht die Rede, aber es ist erkennbar, dass die Gebote Gottes befolgt werden. Gott handelt immer an seinen Menschenkindern, auch wenn er verborgen bleibt und nicht genannt wird. Dafür ist das Buch Ester ein lebendiges Beispiel. Er allein ist es, der durch Ester als sein Werkzeug das jüdische Volk vom Verderben errettet.

Die Wende

Wie hat sich diese Rettung nun abgespielt? Ester weiß genau, dass ihr nach den Gesetzen Persiens die Todesstrafe droht, wenn sie ohne ausdrückliche Aufforderung vor dem König erscheint. Dennoch entschließt sie sich, ihren Glaubensgeschwistern zu helfen. Sie erscheint vor dem König und setzt damit ihr Leben aufs Spiel. Sie bittet den König um Gnade für die Juden in seinem Reich. Dazu gehört sehr viel Mut und ein unerschütterliches Gottvertrauen.

Ihr Glaube ähnelt dem von Abraham, der Gott sogar seinen Sohn Isaak opfern wollte. Und wie bei Abraham, so erfährt auch Ester eine wunderbare Bewahrung: Der König ist ihr wohlgesonnen und erinnert sich daran, dass Esters Onkel Mordechai vor ihrer Hochzeit eine Verschwörung gegen ihn, den König, aufgedeckt und ihm damit das Leben gerettet hatte. Die Vernichtung der Juden wird abgewendet.

Sie erscheint vor dem König und setzt damit ihr Leben aufs Spiel.

Der Judenfeind Haman verliert alle Macht, sein Ränkespiel wird aufgedeckt, und er muss um sein Leben fürchten. Winselnd fleht er Ester mit einem Kniefall um Hilfe an, den der König als einen Vergewaltigungsversuch deutet und mit dem Tod bestraft. Mit einem Kniefall, den Mordechai einst verweigerte, fing alles an, und ein Kniefall wird Haman jetzt zum Verhängnis. Er stirbt an demselben Galgen, an den er Mordechai bringen wollte.

Mordechai, Esters Ersatzvater und Vertrauter, darf die Stelle Hamans als Großwesir einnehmen. Aber damit nicht genug: Mordechai und Ester erlassen einen königlichen Beschluss, indem sie den Juden das Recht geben, sich ihren bewaffneten Feinden zur Wehr zu setzen. So besiegten die Juden ihre Feinde: „…Und niemand konnte ihnen widerstehen; denn die Furcht vor ihnen war über alle Völker gekommen (Ester 9,2). Die vollständige Geschichte ist im Buch Ester nachzulesen.

Ein Fest zur Erinnerung

Mordechai und Ester machten es ihren Nachkommen zur Pflicht, die Purimtage jährlich zu begehen. Diesen Brauch nahm das jüdische Volk an. Als Ausdruck der Freude über den Sieg wird seit Jahrtausenden ein fröhliches Dankesfest gefeiert, dessen Hauptakzent auf der Bewahrung des jüdischen Volkes liegt. Es wird gefeiert mit Musik, Tanz und Theaterspiel.

Helga Lampe


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Quelle: Ester: Topmodel für Gott

von youthweb

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