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Umsorgt trotz Mangel

erstellt am 17.07.2023 00:00:00


Letztens bin ich auf dem Heimweg an einer Schafherde vorbeigekommen. Die kleinen Lämmer sprangen umher und tollten über die Wiese. Ein herrlicher Anblick! Diesen Schafen ging es richtig gut. Sie waren auf einer großen Wiese mit frischem Gras und einer Wasserstelle, waren sicher umzäunt und hatten gepflegtes Fell. Man konnte sehen: Der Hirte macht einen guten Job.
 

Allein in der Wildnis

Schafe sind auf ihren Hirten angewiesen. Was mit hirtenlosen Schafen passiert, zeigt sich eindrücklich am Beispiel von Baarack, einem australischen Schaf. Seine Geschichte hat 2021 in den Medien für Aufmerksamkeit gesorgt.

Er war ausgebüxt und irrte etwa 5 Jahre lang in der rauen Wildnis Australiens umher, bis ihn Wanderer entdeckten und Hilfe holten. Denn Baarack war regelrecht überwuchert von seinem Fell und konnte sich kaum noch bewegen. Er trug unglaubliche 35 Kilogramm Wolle mit sich herum und konnte unter dieser Last nur noch schwer trinken oder fressen. Er wäre wohl bald gestorben, hätte man ihn nicht gefunden.
 

... mir wird nichts mangeln?

Nun habe ich in der Einleitung meiner Andacht etwas über Schafe erzählt ... klar, dann geht es um Psalm 23. Ein bekannter Text aus der Bibel. In Psalm 23,1 heißt es: „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.“

Den Schafen auf der Weide geht es gut, ihnen mangelt es an nichts. Sie haben einen guten Hirten. Auch für mich ist Gott wie ein guter Hirte. Aber sobald ich den zweiten Teil des Verses direkt auf mein Leben beziehe, merke ich, wie sich Widerspruch in mir regt: „...mir wird nichts mangeln.“

Das stimmt nicht! Ich leide Mangel. Keinen materiellen Mangel, doch es gibt Zeiten, da fühle ich mich wie Baarack: allein, verirrt und beschwert vom Leben. Es gibt manches, das mir fehlt. Es gibt Dinge, die ich nicht kann. Ich trauere, bereue, zweifle. Ich habe Wünsche, die sich in diesem Leben vielleicht nicht mehr erfüllen.

Wie passt das zusammen? Kann ich aus diesem Psalmwort einen Anspruch für ein sorgenfreies Leben ableiten? Ist es eine Wahrheit, die ich „nur glauben“ oder immer wieder über meinem Leben aussprechen muss und dann bin ich glücklich und zufrieden und erlebe tatsächlich keinen Mangel mehr?

Schön wär’s! Wenn du deine Arbeit, einen geliebten Menschen, deine Gesundheit oder dein Zuhause verloren hast, wirst du mir vermutlich zustimmen: Die Lebensrealität ist eine andere. Viele Menschen leiden existenziellen Mangel. Das ist leider eine Tatsache. Da hilft auch kein positives Denken.
 

Begleitet durch das Mangeltal

Psalm 23 ist kein Versprechen für ein sorgenfreies Leben. Manches tiefe Lebenstal muss durchwandert werden – auch davon spricht der Psalm. Aber es drückt sich darin eine tiefe Gewissheit und Zuversicht aus: Der gute Hirte ist auch im dunklen Tal treu und fürsorglich an der Seite seiner Schafe.

Auch wenn mir manches im Leben fehlt, wenn ich mich von Menschen verlassen fühle – Gott ist da. Er ist mittendrin in allem Mangel, ich bin nicht allein. Auf dem Weg räumt er so machen Stein zur Seite, hilft mir auf, wenn ich falle, und führt mich ans frische Wasser, wenn die Kraft nachlässt.

Der Hirte von Baarack hat sein Schaf offensichtlich aus den Augen verloren. Jesus verliert mich niemals aus den Augen. Ich kann mir sicher sein: Dieser gute Hirte begleitet mich und steht mir bei, bis er mich aus dem dunklen Mangeltal hinausgeführt hat.
 

Sarah-Melissa Loewen


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Quelle: Umsorgt trotz Mangel

von youthweb

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