
„Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken. Und eure Wege sind nicht meine Wege.“
Jesaja 55,8
In den letzten Wochen habe ich eine Serie vom Hallmark Channel „gesuchtet“. Ich liebe die Art dieser Filme. Der Fokus liegt in den Stories stark auf dem Guten. Alles in diesen Filmen strahlt. Die Menschen sind positiv und die herausfordernden Situationen werden entsprechend gemeistert. Genug geschwärmt :) Zurück zum Eigentlichen. In der Serie gab es eine Szene, die mir hängen geblieben ist. Eine Person, die einen geliebten Menschen vor einem Fehler bewahren wollte, suchte bei einer weisen Frau nach Rat: „Was soll ich denn nur tun?“ In meinen Gedanken kreisten viele Ratschläge umher, die ich dieser Person geben würde. Es gibt ja vieles, was man tun oder sagen kann. Die Antwort der Frau auf die verzweifelte Frage überraschte mich: „Das Schwerste von allem: Nichts.“ Ich musste erstmal auf Pause drücken und darüber nachdenken. Ja, es ist wirklich sehr schwer NICHTS zu tun und einen Menschen seinen Weg gehen zu lassen. Ganz besonders schwer ist es, wenn man denkt, der andere sei kurz davor einen Fehler zu machen. Man tut alles, um den Menschen davon abzuhalten. #helfersyndrom
Als Christ lernt man mit der Zeit immer mehr, welcher Weg zum Leben führt und welcher eher Schaden anrichtet. Wenn man auch nur ein bisschen von dem Helfersyndrom befallen ist :), will man jeden davon abhalten einen Weg zu gehen, den man als gefährlich oder schädlich einstuft. Man macht sich wirklich viele Gedanken und gibt vielleicht auch so einige Ratschläge – immerhin möchte Gott diesen Menschen doch auch davor bewahren den „falschen“ Weg zu gehen, right? Durch viele solcher Situationen musste ich lernen, was der heutige Vers bedeutet. Jeder Mensch ist anders und mit jedem Menschen geht Gott einen Weg, der genau so anders ist. Viele dieser Wege kann man nicht verstehen, weil man in seinem begrenzten Denken nur ein Stückwerk des Ganzen sehen kann. Was wir denken ist oft nicht das, was Gott denkt (auch wenn wir manchmal meinen zu wissen, was er denkt). Mit manchen Menschen geht Gott Wege, die uns eigenartig und fremd erscheinen – oder irgendwie falsch.
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youthweb