
Paulus fängt seine Briefe meistens damit an, dass er einiges klar stellt: Wer er ist und von wem er berufen wurde, manchmal auch weshalb er den Brief schreibt und wer der Empfänger ist. Lange habe ich diese Verse übersprungen und fand sie eintönig bis irrelevant. Paulus, quatsch hier nicht rum – komm doch zum Punkt, ich habe morgens keine Zeit, mir diese Wichtigtuerei durchzulesen. Ich will wissen, was Gott mir heute für den Tag zu sagen hat, damit ich loslegen kann.
Doch mit der Zeit wurde mir bewusst, wie wichtig genau diese Verse für den kompletten Brief sind und damit auch wie wichtig es ist, was Gott mir für den Tag zu sagen hat.
Schauen wir uns mal einen der Eröffnungsverse an:
„Dieser Brief stammt von Paulus, einem Diener von Jesus Christus. Ich wurde von Gott zum Apostel berufen und beauftragt, seine gute Botschaft zu verkünden.“ Römer 1,1
Das sitzt. In dem ersten Vers werden die Verhältnisse direkt klargestellt.
Der Autor des Briefes ist Paulus.
Paulus ist ein Diener von Jesus.
Paulus ist dazu berufen und beauftragt, die Botschaft zu verkünden.
Kurz: Er hat die Autorität.
Im Galaterbrief geht Paulus noch einen Step weiter – schreibt von wem er die Autorität erhalten hat: „Ich wurde nicht durch Menschen zum Apostel berufen, sondern von Jesus Christus selbst.“ – Paulus.
Für heute oder diese Woche kann ich mir zwei Dinge daraus nehmen, und du hoffentlich auch. Erstens: Nur weil Paulus es geschrieben hat, darf ich es nicht eben abtun, sondern betrachte auch das als Wort Gottes (natürlich im Kontext betrachtet und auch der Tatsache bewusst, dass Paulus trotz seiner Autorität ein Mensch wie du und ich war, sündig, vergeben und berufen). Der zweite Punkt scheint mir hier noch viel wichtiger zu sein. Paulus weiß, woher seine Autorität kommt und in dieser Autorität spricht er. Selbstbewusst – nicht arrogant. Furchtlos, direkt, hilfsbereit und in Nächstenliebe. Ist mir eigentlich bewusst, dass ich ebenfalls eine Autorität habe? Ist mir klar, was das für mich bedeutet? „Wie viele ihn aber aufnahmen, denen gab er Macht, Gottes Kinder zu werden: denen, die an seinen Namen glauben.“
Johannes 1,12
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