Ich nenne euch Freunde und nicht mehr Diener. Johannes 15,15a
„Halt, Stopp… Dieser Vers ist doch bestimmt nicht wirklich auf mich direkt bezogen.“ Es kann sein, dass du das gerade denkst oder so empfindest, auch wenn du es vielleicht nie so sagen würdest. Ich kenne das. Es war für mich lange auch echt schwierig zu sagen „Gott ist mein Freund“ oder zu behaupten, dass Gott mich seine Freundin nennt. Freund/Freundin… diese Begriffe klingen so sehr vertraut. In Bezug auf Gott vielleicht sogar ein bisschen zu vertraut. Ich stelle mir die Blicke und Gedanken der religiösen Menschen vor, wie sie mich belächeln und verurteilen, wenn ich mir anmaße eine solche Aussage zu treffen – und das dann auch noch als eine Frau. Ja, dieses „Du bist mein Freund/ meine Freundin.“ hat auch irgendwie etwas skandalöses an sich. Es stellt Gott in einem anderen Licht dar, als er oft gepredigt oder verstanden wird. Viele stellen sich Gott eher distanziert vor, auch wenn man davon ausgeht, dass er Gebete hört. Viele glauben nicht wirklich daran, dass Gott gerne unser engster Vertrauter wäre, auch wenn immer wieder von einer persönlichen Beziehung zu ihm die Rede ist. Manche Theologen würden an dieser Stelle sagen, dass man den Vers nicht aus dem Kontext reißen und daran denken sollte, dass Jesus da mit seinen Jüngern spricht und keine allgemeine und alle Christen inkludierende Aussage trifft. Ich kann diese Aussage verstehen, obwohl ich es im Gesamtbild der Bibel anders auslegen würde.
1. Jeder, der an Gott glaubt und ihm von Herzen nachfolgt, ist ein Jünger Jesu. Wenn wir seine Jünger sind, dann gilt uns, was er damals schon seinen Jüngern gesagt hat.
2. Es ist an der Stelle nicht das erste mal, dass Gott Menschen in der Bibel als seine Freunde bezeichnet. Schauen wir uns z.B. die Beziehung zwischen Gott und Abraham an. Es heißt, dass Abraham durch seinen Glauben gerechtfertigt und sogar Freund Gottes genannt wurde. (vgl. Jakobus 2,23) Abraham glaubt Gott. Allein das ist schon genug, um gerechtfertigt und Freund Gottes genannt zu werden. Spannend ist, dass durch den ganzen Römerbrief hindurch genau das an alle Gläubige gerichtet gesagt wird: „Durch den Glauben seid ihr gerechtfertigt worden.“ Wenn der Glaube uns gerecht spricht wie Abraham (und das, obwohl Jesus noch nicht als Sühneopfer gestorben ist), dann kann der Glaube uns ebenso zu Freunden Gottes machen.
3. Jesus wurde von Menschen, die ihn streng beobachteten, „Freund der Sünder“ genannt. Er ist ein Freund von jedem, der ihn sein Freund sein lässt. Und das geht nur, wenn man ihm wirklich glaubt 🙂
Ich wünsche dir noch eine hammermäßige Woche, du Freund Gottes! Emma
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